Glauben an den Mangel oder ans Vertrauen?

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Glauben an den Mangel oder ans Vertrauen?

Beitrag von AnnSophie » Dienstag 11. November 2014, 17:33

Hallo Ihr Lieben,
Holzperle hat geschrieben, dass sie gerade an einer Wegscheide steht. … das nehm ich zum Anlass folgenden Gedanken mit Euch zu teilen.
Im Sommer als ich an einer solchen Stand hab ich eine für mich ganz interessante Entdeckung hinsichtlich Wasserscheiden und dem Ziel Meer gemacht.
Ihr kennt sicher alle das alte Wissen das Hermann Hesse auch aufgegriffen und formuliert hat:
Weich ist stärker als hart, Wasser stärker als Fels,...
Wir alle kennen die Landschaft, wie die verschiedenen Arten von Tälern durch das Wasser geformt wurden..... und dies spiegelt uns tagtäglich die Wahrheit dieses Wissens wider.
Durch einen absoluten Zufall habe ich im Wikipedia-Artikel in der Flussgeschichte des Neckars gelesen, dass entlang des heutigen Neckartals das Wasser der Tübinger- und Heilbronner-/Cannstatter-Ecke früher über die Ur-Lone (Entlang des heutigen Filstals) bis nach Oberschwaben floss und dort in die Tethys, die Vorgängerin des Mittelmeeres floss.
Eine zeitlang entwässerten auch die oberste Rhone(!), Aare und die Hochrhein-Flüsse in Richtung Ur-Donau und nur die heutigen Rheinzuflüsse ab dem Kinzigtal entwässerten über den Rhein in die Nordsee. Und Wasserscheiden verschieben sich in Süddeutschland weiter , der Donau wird mehr und mehr das Wasser „abgegraben“.
Infos z.B.
http://de.wikipedia.org/wiki/Neckar#Flussgeschichte
Noch vor ca. 2.000 Jahren mündete der Neckar erst nördlich von Darmstadt bei Trebur in den Rhein, also ungefähr 50 Kilometer nördlich der heutigen Mündung in Mannheim.
Ich fand das Moment der sich ändernden Flussläufe und Flussziele mega spannend.
Das heißt ja manchmal ist Stein auch langfristig stärker als Wasser bzw. das Wasser fließt zu dem Meer, das am leichtesten zu Erreichen ist.
Und wenn sich das schon in der Natur auf Ebene des so großen Makrokosmos ändern kann, wie einfach sollte es dann sein, dass es sich in mir kleinem Menschenkind ändert? Und mein Lebensfluss, mein Handeln nicht mehr in das traditionell, historisch gewachsene Meer des Glaubens an den Mangel mündet, sondern nun zum das Meer den Vertrauens fließt.
In mir (in meinem dicken Kopf) kann innerlich ein Gebirge des Vertrauens wachsen, aus lauter kleinen Schritten(7) und so dem Meer des Glaubens an den Mangel langsam immer mehr Zuflüsse abgegraben werden, die dann in das Meer des Vertrauens fließen.
Hört sich vielleicht etwas ver-rückt an. Aber für mich war es megatröstend und bedeutend, dass das Wasser manchmal auch gezwungen wird einen anderen Weg zu nehmen, …. und was heute in das eine Meer fließt, das eine glaubt, stimmt morgen vielleicht schon nicht mehr. Ich kann meinen Glauben, meinen inneren Kompass neu in Richtung Vertrauen justieren.
Vielleicht inspiriert/tröstet das ja auch noch jemand von Euch? Bzw. hilft und unterstützt an einer Weg- oder Wasserscheide.

Viele Grüße, AnnSophie.
Ich liebe, also bin und werde ich.
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Holzperle
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Re: Glauben an den Mangel oder ans Vertrauen?

Beitrag von Holzperle » Sonntag 16. November 2014, 19:03

Liebe AnnSophie ich habe Dir Eine private Nachricht geschrieben..bin verunsichert ob schon wieder was nicht mit meinem Postfach stimmt.

Schön hast Du das geschrieben...so kann aus dem Meer des Glaubens an den Mangel allmählich immer mehr Zuflüsse gefunden werden , die dann in das Meer des Vertrauens fließen.

Das spricht mir aus der Seele...ist mein Fokus eher auf den Mangel auf das Nichtfunktionierende gerichtet ,als auf das Funktionierende immer selbstverständlich daseinende...wofür man so dankbar sein kann.
Danke Holzperle

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Re: Glauben an den Mangel oder ans Vertrauen?

Beitrag von AnnSophie » Sonntag 16. November 2014, 22:13

Liebe Holzperle,
die PN kam bei mir (noch) nicht an. Vielleicht einfach nochmal probieren und vielleicht geht es ja als Email durch.

Warum und wozu in deinem Nutzeraccount mit den Nachrichten so der Wurm drin ist, hab ich mich auch schon gefragt.

Danke und Gute Nacht :sleeping: , AnnSophie.
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