Pulse

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Gisela1956
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Pulse

Beitrag von Gisela1956 »

...ein freundliches Hallo!

Bis jetzt habe ich gedacht, wenn es beim Strömen so richtig pulsiert, dann fließt da viel Energie.
Nun habe ich gehört, daß das nicht so ist, sondern da besondere Bedürftigkeit ist.
Energie fließt, wenn sich der Puls leise und seidig anfühlt.

:lehrer: Nun, eigentlich ist ja beim Pulse fühlen auch der lauteste am bedürftigsten. :roll:

Könnt ihr mir dazu bitte was sagen...

Ganz lieben Gruß
Gisela
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Amélie
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Re: Pulse

Beitrag von Amélie »

Liebe Gisela,

kann auch sein, dass ein kaum hörbarer Puls die größte Not anzeigt.

Ich habe von Lehrern öfter gehört, dass da, wo sich ein lauter Puls (Überladung) zeigt, es leichter ist zu harmonisieren, als den leisen (Mangel) "hervorzulocken". Wenn man sich dem lauten zuwende, harmonisiere sich oft auch schon der leise.

Wayne hat in einem Kurs mal gesagt, er gehe zum leisen Puls bzw. zu der Seite, die sich nicht laut zeigt.

Ich selber wähle beim Strömen, was mir gerade spontan in den Sinn kommt in so einer Situation. Da ist ja neben den Pulsen auch noch der Körper, die ganze Erscheinung der zu strömenden Person. Ich muss da immer an ein Zitat von Mary denken, sinngemäß: Der erste Gedanke ist vom Schöpfer, was danach an Gedanken kommt, vom eigenen Verstand.
Herzliche Grüße
Amélie
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Nirbheeti
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Re: Pulse

Beitrag von Nirbheeti »

Ich habe immer die Bezeichnung "seidig" dafür gehört, dass alle Tiefen unter der Hand wieder frei fließen können. Das fühle ich aber vor allem, wenn ich sanft über die Haut fahre.
Wenn die Pulse auffällig stark sind, dann ist da zu viel und irgendwo zeigt sich zu wenig, ein Mangel. Das ist das Erscheinungsbild von Umkehrung, weil die Energie nicht geblockt ist. Da aber ständig etwas nachfließt, sammelt es sich vor der Blockade an und staut u. U. zurück, während hinter der Blockade zu wenig ankommt. Das ist dann der zu leise Puls. Beide hängen eng zusammmen. Das kann sich ausgleichen, wenn man der lauten Energie den Ausweg zeigt, indem man die zu leise Energie stärkt. Denk auch an den Lendenwirbelkreis! Varina hat das mal wunderbar erklärt.

Es ist immer ein tolles Gefühl, wenn sich nach dem Strömen alles ausgeglichen hat.

Nirbheeti
Entdeckung heißt sehen, was alle gesehen haben,
und dabei zu denken, was keiner gedacht hat.
(What Mary says, S. 11)
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SaxMan
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Re: Pulse

Beitrag von SaxMan »

Ihr Lieben,
es gibt einen Artikel von Matthias Roth zum Thema, den ich hier einfach mal einstelle:


© 2014 Matthias Roth, Mistralstrasse 7, 22767 Hamburg, matthiasjsj@mac.com -www.matthiasjsj.de
Der Autor erlaubt ausdrücklich die Vervielfältigung und unentgeltliche Weitergabe dieses Textes,
sofern dabei das Copyright und dieser Zusatz aufgeführt werden.



Pulse oder das Wesen des Hinhörens

„Im Jin Shin Jyutsu gibt es kein Diagnostizieren, kein Heilen oder Kurieren“, sagt Mary in ihrem
Interview mit dem Yoga Journal. Wie schwer es den meisten von uns fällt, die Kunst in diesem
offenen Raum zu lassen, zeigt sich schon daran, wie viele das Jin Shin Jyutsu als „Heilkunst“ oder
„Heilkunst aus alter Tradition“ bezeichnen, ein Ausdruck, der nicht einfach nur anders ist als
Marys, sondern ein direkter Widerspruch zu ihrem.
Ähnlich verlockend ist es, im Zusammenhang des Pulsefühlens zu meinen, hier würde das
Diagnostizieren sozusagen durch die Hintertür doch wieder ins Jin Shin Jyutsu
hineingeschmuggelt. Das ist nicht so! Schauen wir uns einmal das Wesen dessen an, was passiert,
wenn wir uns auf Rhythmus und Schwingung einer Person - die „nicht geheimen Geheimnisse des
Universums“ nennt Mary sie - einstimmen. Kein „Pulse nehmen“ - lausche ihnen einfach und
lasse sie dann bei ihrem „Eigentümer“! Die ganze Essenz des Jin Shin Jyutsu kommt in diesem
feinen Unterschied zum Ausdruck: die Kunst des Schöpfers ist kein Eingriff in das Leben, den
Körper, den Fluss oder das Bewusstsein eines Anderen, sondern ein so sorgfältiges, ein so
gekonntes Hinhören, dass es dem, was ganz und heil ist im Anderen, Resonanz gibt. Lies diesen
Satz noch einmal, und dann wieder.
Wirkliches Hinhören ist ein Ort der Stärke. Es erfordert, so sehr im eigenen Seinszustand
verwurzelt zu sein, dass man nicht in den des Anderen hineingezogen wird. Denn im Hinhören
gibt es kein Verstecken: öffne ich mich einmal dafür, komme ich gar nicht umhin, auch zu
merken, was bei mir selbst passiert. Das ist oft mehr, als wir wollten, und wir flüchten uns dann
lieber in den Verstand. Wir analysieren die Information der Seitens 6 und 7 in Text II, schreiben
uns eifrig die Notizen anderer Schüler ab und wundern uns schließlich, warum uns nach all den
Jahren die Pulse immer noch ein Buch mit sieben Siegeln sind.
Also, fangen wir mal so an: wie verspielt bist du, und wie weich sind deine Hände? Bleibe sehr
weich , erdig, im Denken und im Anfassen. Kannst du den Gedanken, dass Pulsefühlen wichtig
sei, ganz aus dem Geschehen heraushalten? Nicht weil es unwichtig ist, sondern weil schon der
Gedanke der Wichtigkeit uns meist verspannt. Sofort ist meine Präsenz dann nicht mehr erdig
weich, sondern wie Metall, scharf und kalt. Mein Anfassen wird distanziert und unpersönlich,
mein Verstand analytisch, und was ich auf diese Weise noch herauslese wird etwas ganz anderes.
Der Weg, um den größtmöglichen Teil meiner selbst bei dem Prozess des Fühlens dabei sein zu
lassen, ist eigentlich ganz einfach: WISSE, dass Zuhören ohne zu verstehen bereits harmonisiert,
während Analysieren ohne hinzuhören das nicht tut - das ist ein einfaches Gesetz der Natur! Dann
studiere mit einem hinhörenden Herzen und hinhörenden Händen die Texturen der ”Rose der
Transformation“ (S. 7 in Text I), und freue dich darauf, dein ganzes Leben lang die
Grundprinzipien des Lebens, die sich in den sechs Texturen äußern - den Tanz des Lebens selbst -
immer besser zu verstehen. Freue dich darauf, sie zu verstehen, wenn du dazu bereit bist und
genieße inzwischen ausgiebig, dass du... etwas fühlst! Wirst du dich am süßen Zwitschern eines
Vogels erst freuen, wenn du seinen Gattungsnamen auf Lateinisch weißt? Natürlich nicht!
Als nächstes lass‘ Seite 5 in Text II dich daran erinnern, dass es unterschiedliche Arten gibt, auf
die ein Puls - unter jedem Finger, oberflächlich und tief - dich ansprechen kann: ”schnell,
ungleichmäßig, schwer, unordentlich, fehlend oder erlöschend“. Ohne deinem Verstand die Zeit
zu lassen, irgend eine dieser Äußerungsformen wichtiger zu finden als die anderen, folge einfach
dem Puls, der dich zuerst anspricht. VERTRAUE darauf, dass dieser wirklich und verlässlich der
Richtige ist für diesen Augenblick.
Schau ihn einfach auf Seiten 6 und 7 nach, denn dafür sind sie da! Wenn du jetzt immer noch
verspielt bleibst und entspannt, freust du dich daran, wie, wenn du dazu bereit bist, die
Puzzleteilchen, die du sonst noch so gesammelt hast (wie etwa „Brustebene, Taillenebene,
Hüftebene“ usw.), ins große Bild zu passen beginnen. Und du weißt dabei die ganze Zeit, dass es
die Qualität des Hinhörens ist, nicht die der Analyse, die den Raum für Veränderung schafft!
Wie eine Schülerin am Ende eines Pulsekurses in Denver letzten Sommer sagte: „Ich kam hierher
und hatte acht Jahre Jin Shin Jyutsu gelernt und immer gedacht ”Ich kann das mit den Pulsen
nicht!“. Was ich jetzt mitnehme, ist eben „ich kann das sehr wohl“ und : „es ist gar nicht so
wichtig!“




Liebe Grüße

vom

SaxMan
"Wer etwas will, sucht Wege. Wer etwas nicht will, sucht Gründe."
Harald Kostial Deutscher Gründungs-Unternehmer (*1959)
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Amélie
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Re: Pulse

Beitrag von Amélie »

Vielen Dank, lieber SaxMan!
Herzliche Grüße
Amélie
Strömwelle
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Re: Pulse

Beitrag von Strömwelle »

Hallo, SaxMan!
Dieses ist ein sehr interessanter Beitrag von dir

Ich bin eigentlich eine Anfängerin in Jin shin jyutsu, obwohl ich das starke Gefühl habe, es schon mal gemacht zu haben

Ich habe heute morgen beide 22 geströmt und es plopte plötzlich in mir der Gedanke auf:
Nichts zerreden, nichts zerdenken
Und dann ganz nachdrücklich :
Folge deinem Inpuls

Deinen tollen Bericht werde ich mir in Etappen und mehrfach zu Gemüte ziehen
Vielen Dank dafür
Liebe Grüße!
Regina
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