Epilepsie bei Katze - Hilfe fürs Frauchen

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Cestca
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Epilepsie bei Katze - Hilfe fürs Frauchen

Beitrag von Cestca » Montag 29. April 2019, 13:36

Liebe alle

Wir hatten, als ich Kind und junge Jugendliche war, eine Labradorhündin, welche Epilepsie hatte. Ich war damit überfordert, es war mir zutiefst unheimlich, und in der späteren Phase, als trotz der Medikamente häufigere und schwerere Anfälle kamen (da war ich etwa 12), war mir nach einem Anfall jeweils lange Zeit unwohl, mit dem Hund allein zuhause zu sein. Ich schicke das voraus, weil diese Erfahrung offenbar tief sitzt.

Mein 15-jähriger Kater hatte vor ein paar Monaten wohl draussen mal einen leichten Anfall, der von einer Nachbarin beobachtet wurde. Was es genau gewesen war, blieb offen. Meine Tierärztin meinte, es bringe nichts, im Nachhinein vorbeizukommen mit ihm.

Am Karfreitag sass er auf meinen Beinen, knickte plötzlich ein, fiel hinunter und lag heftig zappelnd und mit nach hinten gespanntem Kopf auf der Seite. Ich wusste ja nicht, was es war und ob es vorbeigehen würde, für mich wirkte es, als ob er ein akutes medizinisches Problem (Schmerzen, Lähmung o.ä.) an Kopf/Schulter hätte und verzweifelt versuchte Halt zu finden auf dem glatten Küchenboden, um sich aufzurappeln. Es war schrecklich zuzusehen. Es dauerte 2-3 Minuten. Danach war er noch etwas verstört, aber bis wir beim notdiensthabenden Tierarzt waren, verhielt verhielt er sich bereits wieder normal. Alle neurologischen Reflexe, Puls, Lunge etc. waren in Ordnung, daher ist es am ehesten eine Art Epilepsie, dies würde bei älteren Katzen mit (behandelter) Schilddrüsenüberfunktion gerne mal auftreten. Solange es vereinzelte Anfälle bleiben, unternimmt man nichts.

Nun weiss ich mit dem Verstand, dass ein solcher Anfall jederzeit wieder auftreten kann, dass es aber vorbeigeht und für die Katze zudem nicht schlimm ist. Aber nun kommt mir meine Kindeheitserfahrung in die Quere. Ich war und bin sofort wieder in diesem starken "es ist mir unheimlich, ich bin überfordert, ich habe Angst vor einem nächsten Anfall" - Gefühl drin. Wenn er mir auf den Beinen sitzt und den Kopf etwas heftig bewegt, sackt mir gleich schon das Herz in die Hose. Die Bilder vom Anfall tauchen immer wieder auf.

Wie gelange ich zu mehr Vertrauen in meine Katze und in mich, dass wir mit der Situation umgehen können? Ich habe bisher etwas die Daumen gehalten (Sorge), Zeigefinger (Angst) wäre wohl auch noch eine Idee, aber sonst?

Der Kater selber entzieht sich übrigens seit jeher konsequent jeglichen Ström-Versuchen, es geht mir daher hier nur um mich.

Liebe Grüsse
Cestca
Schäme dich nicht, zu sagen, was dein Herz für recht hält.

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Nirbheeti
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Re: Epilepsie bei Katze - Hilfe fürs Frauchen

Beitrag von Nirbheeti » Mittwoch 1. Mai 2019, 07:10

Liebe Cestca,

aus der Kinesiologie habe ich fürs "Balancieren" traumatischer Erlebnisse diese Übung:

Halte gleichzeitig beide SES 20 (Stirn) für gegenwärtigen Stress und beide SES 4 (Hinterkopf) für vergangenen Stress.
Erinnere dich an das Ereignis und lass es immer wieder vor deinem geistigen Auge ablaufen, bis der Atem dabei normal bleibt. Wenn das Ereignis zu traumatisch ist, kannst du auch aus dem Film aussteigen und ihn als nicht mehr beteiligter Zuschauer ansehen.

Kinesiologisch gehört dann natürlich noch der Muskeltest vorher und nachher dazu, der ein gutes Feedback für den Körper ist: Es ist vorbei. Du kannst dich erinnern und ruhig weiteratmen.

Lieben Gruß!
Nirbheeti
Entdeckung heißt sehen, was alle gesehen haben,
und dabei zu denken, was keiner gedacht hat.
(What Mary says, S. 11)

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Re: Epilepsie bei Katze - Hilfe fürs Frauchen

Beitrag von Kampfkarpfen » Mittwoch 1. Mai 2019, 07:38

Hallo Cestca,

ich kann dich so gut verstehen. Nichts ist schlimmer als hilflos zu sehen zu müssen wenn ein Tier krampft. Aber du hast es ja gut beschrieben. Der Fellnase macht es "weniger" aus als dir.
Mir ist auch als erstes :daumen: und :zeigefinger: in den Sinn gekommen. Doch das machst du ja bereits.
Als nächstes dachte ich du sitzt in deiner Angst fest, da muss Bewegung rein SES 1 und dann darfst du das Neue annehmen SES 5 und siehe da , da ist wieder der Daumen und der Zeigefinger : 19 . Und um deine Nerven zu beruhigen kam mir noch SES 17 in den Sinn - zum Verstand entspannen. Ich kenne das, wenn man ständig nur noch daran denkt.
Und wenn das greift, dann ist ja dein Lieblings SES 15 nicht mehr weit und du kannst wieder lachen.
Ich wünsche dir das du schnell den nötigen Abstand bekommst und drück dich ganz lieb.
Grüßle Kampfkarpfen

Schöne Momente kannst du nicht festhalten sie fliegen davon wie eine Pusteblume.
Doch die Erinnerung daran bleibt manchmal eine Weile und manchmal auch für immer.

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Re: Epilepsie bei Katze - Hilfe fürs Frauchen

Beitrag von Cestca » Dienstag 14. Mai 2019, 10:53

Danke euch beiden. Der Satz "da muss Bewegung rein" hat am meisten angeklungen, und ich habe mir dann mehrere Tage die 1 geströmt. Ausserdem habe ich mir auf Youtube Videos von Katzen mit epileptischen Anfällen angeschaut, um der Sache den Schrecken zu nehmen. Es sieht tatsächlich so aus wie bei meinem Kater und hört nach 2-3 Minuten wieder auf. Ich bin inzwischen wieder gelassener. Einen weiteren Anfall habe ich noch nicht miterlebt.
Liebe Grüsse
Cestca
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Re: Epilepsie bei Katze - Hilfe fürs Frauchen

Beitrag von AnnSophie » Dienstag 21. Mai 2019, 21:01

Liebe Cestca,

bei Epilepsie geht bei mir das ganze Familienprogramm los... weiss nicht, wie's dir aktuell geht. Da da ein richtig altes Programm reinfunzt, würd ich jedenfalls auch an die 16 denken. Da passt dann auch der :daumen:.

Herzlich
AnnSophie
Ich liebe, also bin und werde ich.
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