Mein Kind zeigt die Seite,...

Für alle Einstellungen, die einfach mal "raus" müssen - egal ob Ängste, Sorgen oder überschäumendes Glück: Schreit es heraus!
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Moderator: Momabo

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19Susi83
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Mein Kind zeigt die Seite,...

Beitrag von 19Susi83 »

die ich nicht sein kann...
Er ist so das totale Gegenteil von mir.
Und manchmal wünsche ich mir ich könnte auch so sein, aber oft ist es mir auch unangenehm.
Aber ich erzähl jetzt einfach mal.
Er ist kein ruhiges Kind, sondern ein richtiger Wirbelwind. Er fällt auf und somit ich auch und das obwohl ich mich in einer größeren Gruppe am liebsten verstecken würde bzw nicht auffallen will.
Er hat auch keine Probleme mit fremden sondern geht einfach darauf zu. Gut manchmal kann es schon sein, das er anfangs etwas schüchtern ist, aber das legt sich schnell.
Warum ist das so? Er macht es doch aus Liebe oder? Er weißt mich direkt auf meine Schwäche hin.

Aber jetzt kommen ich mal zu Beispielen:
Wir gehen essen und was macht mein zweijähriger Sohn? Er setzt sich einfach an einen anderen Tisch mit Menschen die er noch nie vorher gesehen kann.
Bis jetzt hat sich zum Glück noch niemand beschwert, aber mir ist das schon unangenehm. Würde ich ihn wegnehmen natürlich mit Erklärung, spinnt er entweder rum oder/und läuft dann sofort zurück.
Sind wir bei meinen Schwiegereltern zu Besuch, und seinen Tanten Und onkeln mit den Kindern (große Familie) und wir sitzen alle beim essen. Alle auch die anderen Kindern essen brav und bleiben zumindest sitzen bis sie fertig sind mit dem essen. Fällt meinen Sohn nicht ein, sich zum essen zu setzen, den da hat er nicht wirklich Zeit, er spielt lieber oder quetscht sich bei den anderen wieder dazwischen und "klaut" dort essen :-(
Und schon falle ich wieder auf, weil mein Kind ja auffällt.
Fühle mich dann auch schlecht und denke das ich versagt habe, weil alle Kinder brav essen nur meins nicht.
P.S Zuhause bleibt er schon sitzen beim essen.

Aber auf der anderen Seite bin ich auch froh das er so selbstbewusst ist, weil ich denke das braucht er auch, weil ich will ja auch nicht, das er jemals ein Außenseiter wird, zb weil er nicht geimpft ist und evtl auch später meinen Weg mitgeht und auch kein Fleisch mehr ißt.
Das mag sich jetzt auch wieder widersprüchlich anhören, aber ich will ja auch mal das er seinen Weg geht und nicht den Weg geht den alle gehen... Und auch nicht alles glaubt, was man ihm auftischen will.

Dann noch etwas was mir echt weh tut.
Wenn mein Kind weint, aus welchen Grund auch immer, lässt er sich nur von mir trösten, wenn Papa nicht da ist. Ansonsten will er immer zu Papa, selbst wenn ich ihn schon im Arm habe, er zieht sogar die Oma mir vor, wenn sowas ist :-(

Was das ganze mit mir zu tun hat, wie ihr ja sicher schon mal von mir gelesen habt, bin ich in der Gruppe eher der ruhige Typ nur nicht auffallen und so. Ja und manchmal wünsche ich mir auch das des anders wäre, weil ich eigentlich ziemlich viel zu sagen hätte. Und ich mir auch in meinen Gedanken immer vorstelle, wie das ist wenn mir jeder zuhört

Was meint ihr zu dem Ganzen, und was könnte mir helfen?
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Blueberry
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Re: Mein Kind zeigt die Seite,...

Beitrag von Blueberry »

Hallo Susi,
sorry, ich möchte Dir nicht zu nahe treten - aber wenn Dein zweijähriger Sohn in der Öffentlichkeit ständig Dinge tut, die Dir unangenehm sind (wie sich zu wildfremden Leuten an den Tisch zu setzen), warum erziehst Du ihn dann nicht so, dass er das nicht mehr tut?

Könnte es sein, dass Du ein Autoritätsproblem hast?
Wenn ja: die Schlösser 19 sind Deine Freunde! :mrgreen:

Viele Grüsse
blueberry
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19Susi83
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Re: Mein Kind zeigt die Seite,...

Beitrag von 19Susi83 »

Ja vielleicht mache ich wirklich was falsch.. :-(
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Kampfkarpfen
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Re: Mein Kind zeigt die Seite,...

Beitrag von Kampfkarpfen »

Liebevolle Konsequenz könnte helfen.
Liebes Grüßle Kampfkarpfen

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und lass es nicht mehr los,
greif's dir mit beiden Händen
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gekala
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Re: Mein Kind zeigt die Seite,...

Beitrag von gekala »

Liebe Susi,ich denke das Dein Sohnemann ein Wirbelwind sein darf.
Kann es sein das er einfach nur Deine uneingeschränkte Aufmerksamkeit möchte?
Wie konsequent bist Du mit ihm?
Wie läuft euer Tag ab?
Diskutierst Du zuviel mit ihm?
Ich hab auch so ein Enkelkind,inzwischen ist er 8Jahre alt und hat sich gut entwickelt.
Es war nicht immer leicht für den Kleinen und meine Schwiegertochter.
Beide mussten lernen und haben es auch wie ich meine gut gemeistert.
Es gibt Kinder die feste Regeln unbedingt brauchen mehr als Kinder die sich gut
einfügen und nicht aus der Norm" fallen.
Das soll heissen ja ist ja und nein ist nein dazwischen gibt es nichts anderes.
Jetzt nicht falsch verstehen; Meine Schwiegertochter wollte dem kleinen immer alles recht machen traute ihm kaum etwas zu redete und diskutierte mit ihm viel zu viel weil sie es von Zuhause so kannte ,alles für die Kinder tun
damit sie glücklich sind.
Meien Erfahrung ist (Musste es auch erst lernen :) :) :) ) je klarer Du bist und je Konsequenter desto einfachher ist es .Kinder ohne feste Regeln
und einer gesunden Tagesstruktur werden unsicher und daraus auch manchmal resultierend agressiv weil sie nicht wissen was sie eigentlich sollen.
Am Rande ,ich mag Kinder die etwas anders sind als das Umfeld es gerne hätte.
Seit meine Schwiegertochter anfing konsequenter zu sein besserte such alles.
Ich habe immer wieder versucht ihr Mut zu machen sie zu bestärken was letztendlich sich zum guten wendete.Vor allem haben wir dem kleinen Kerl immer wieder gezeigt das wir ihn auch lieben wenn er mal nicht so artig war.
Natürlich haben wir ihn geströmt und beim Osteopathen war er auch.
Das wichtigste ist Liebe Geduld und Konsequenz.
LG. Gekala
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19Susi83
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Re: Mein Kind zeigt die Seite,...

Beitrag von 19Susi83 »

danke für deine Antwort Gekala,
also wir haben schon einen festen Tagesablauf, weil ich das selber brauche ;-)
Diskutieren tue ich glaub ich auch nicht wirklich viel mit ihm.
Ja die Konsequenzen, mittlerweile versuche ich schon immer ihn dann in sein Reisebett im Wohnzimmer zu stellen, das steht da immer noch, wird aber nur noch zur Verwahrung seiner Sachen und eben als Konsequenz benutzt.
Aber ehrlich gesagt, wenn wir zb unterwegs sind wie zb beim essen, weiß ich ehrlich gesagt, gar nicht was ich machen soll, wenn er sich an einen anderen Tisch setzt, da bin ich ratlos. Soll ich sagen, dann fahren wie eben nach Hause geht ja schlecht, den dann haben wir auch ja nichts zu essen und der Wirt wird auch nicht begeistert sein, wenn wir einfach gehen...
Und wenn er sich dann aufführt wie ein Wilder wenn ich ihn wegnehme vom fremden tisch, schäme ich mich noch mehr. ganz besonders wenn er dann eh wieder hin läuft. Jemand ne Idee, welche Konsequenz passen würde?
Ich kann schon Konsequent sein nur mein Problem ist eben, die "passende" Konsequenz zu finden...
Meine Aufmerksamkeit??? Ich habe immer das Gefühl bei ihm eh nur zweite Wahl zu sein. Sei es Papa oder Oma, wenn die da sind bin ich eh abgeschrieben :-(
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AnnSophie
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Re: Mein Kind zeigt die Seite,...

Beitrag von AnnSophie »

Dann noch etwas was mir echt weh tut.
Wenn mein Kind weint, aus welchen Grund auch immer, lässt er sich nur von mir trösten, wenn Papa nicht da ist. Ansonsten will er immer zu Papa, selbst wenn ich ihn schon im Arm habe, er zieht sogar die Oma mir vor, wenn sowas ist :-(

Ich habe immer das Gefühl bei ihm eh nur zweite Wahl zu sein. Sei es Papa oder Oma, wenn die da sind bin ich eh abgeschrieben :-(


Hallo Susi,
was für Glaubenssätze sind da bei dir aktiv?

Solch ein Verhalten, wie Du da beschreibst, hab ich schon öfters bei Kindern beobachtet.
Einerseits, dass Kinder bestimmte Sympathien haben. Andererseits auch, dass sie sich gerade auch von den engvertrauten trösten lassen, die seltener verfügbar sind - warum auch immer.

Weder Du musst bei Deinem Kind die Nr eins sein, noch er bei Dir. Da gibt es vielleicht manchmal ein übertriebenes bürgerliches Ideal-Bild (ich setze voraus, dass du dein Kind in allen Bereichen gut versorgst) - ein Stückweit Bullshit.

Und vielleicht spürt er ja auch, dass es Dir manchmal schwerfällt ihn so anzunehmen wie er ist und sucht deshalb bei Vater und Oma Tröstung.

Mein Tipp: Dich selbst einfach annehmen, so wie Du bist: 13, 26, 15
Und der Rest wird kommen

Und irgendwie ist es ja auch schön, dass dein Junge Dir zeigt, wie einfach es ist auf andere zuzugehen und deine Vorstellung (du sagt was und die anderen hören dir alle zu) einfach Stückweit auslebt.

AnnSophie.

Leben ist. Weisheit und Liebe verbinden, was Angst und Dummheit trennt.

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Blueberry
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Re: Mein Kind zeigt die Seite,...

Beitrag von Blueberry »

Hallo Susi,
Kindererziehung ist ein grosses Thema, zu dem es alle möglichen und ihre gegensätzlichen Meinungen gibt. Deswegen ist es schwierig, da irgendwelche Tipps zu geben, wie Du Deinem Kind Grenzen beibringen kannst.:mrgreen:

Autorität existiert unabhängig von Erziehungssituationen. Ich würde sagen, es handelt sich dabei um eine Art Energie, die über Stimme und Körpersprache vermittelt wird. Derjenige, der sie abbekommt, ob es sich dabei nun um ein Kind, ein Haustier oder einen Arbeitskollegen handelt, wird tun, was ihm auf diese Weise gesagt wird, weil er die Energie spürt und unbewusst weiss, dass er nicht dagegen ankann...
Ein Kind sollte zunächst mit dieser bestimmten Stimme etwas Unangenehmes verbinden: "Wenn die Mami so mit mir spricht, sollte ich lieber sofort aufhören, mit dem, was ich gerade mache, sonst gibt es.... (Je nach Erziehungsmethode einfügen: Schimpfe, Entzug von irgendetwas Angenehmem fürs Kind, wie Nachtisch oder was auch immer, oder sogar einen Klaps...)
Und wenn er tut, was Du möchtest (d.h. sein unerwünschtes Verhalten abstellt), dann sofort positiv verstärken, mit etwas Angenehmem.


Ich hoffe, das hilft Dir weiter...
Viele grüsse
blueberry
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gekala
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Re: Mein Kind zeigt die Seite,...

Beitrag von gekala »

Liebe Susi,ich glaub Du hast da etwas falsch verstanden!!!!!
Mit Konsequent sein meinte ich nicht ihn in das Reisebettchen zu stecken.
Ich meine damit eher ein konsquentes ja oder ein konsequentes nein verbal wie auch körpersprachlich.
Zugegeben dieser Weg ist nicht ganz einfach jedoch er lohnt sich.
(eugene Erfahrung).
Eine Begebenheit mit meinem Sohn (der Vater von meinem 8jährigen Enkel)
Bis es zu diesem Ergebnis kam sind fast zwei Jahre vergangen.
Er hatte einen Freund zum spielen da und es war an diesem Tag Fussballtraining.
Ich ging ins Kinderzimmer und bat die beiden aufzuräumen und meinen Sohn die Tasche zu packen.
Beide ignorierten das.Ich sagte dann in einer viertel Stunde ist Abflug seit ihr dann nicht fertig geht ihr zu Fuss,ich verlies dann das Zimmer.
Sein Freund tobte weiter und kümmerte sich nicht drum.
Dann hörte ich meinen Sohn sagen ,mensch hör auf lass uns aufräumen
meine Mutter lässt uns sonst tatsächlich zu Fuss gehen.
Ich schmunzelte in mich hinein atmete auf und wusste jetzt hat er es kapiert
wir sind auf dem richtigen Weg.
Was das trösten lassen Deines Sohnes oder sich mehr hingezogen im Moment
zu Deinem Mann oder zur Oma ,mensch freu Dich darüber das schafft Dir doch auch mal etwas Freiraum und Zeit für Dich.
Stell Dir vor er ließe sich nur von Dir und ausschließlich nur von Dir in den Arm nehmen und trösten und lieb haben,wäre doch auch nicht gut!!!
Es gibt Zeiten da ist Mama angesagt dann ist Papa der Favorit und manchmal auch Oma zum Glück :) :) :) !!!
Meine kleine Enkelin jetzt 6 Jahre alt die schrie als Baby immer nur wenn sie
mich sah (da war ich auch traurig)heute springt sie mir in die Arme kaum das sie mich sieht und ich muß schauen das ich nicht umfalle obwohl ich nicht grad viel Zeit hab was mir auch manchmal ein schlechtes Gewissen macht.
Die andere Oma verbringt wesentlich mehr Zeit mit ihr.
Ich möchte Dir Mut machen manche Dinge positiv zu betrachten.
Dein Sohn liebt Dich bestimmt sehr!!!!!!!!
Ich war drei Jahre alt als mein Vater aus meinem Leben verschwand.
Also schau ganz positiv auf die Vater Sohn Beziehung,sie ist doch so schön und wichtig.
Fühl Dich gehalten getragen und geliebt und vergiss nicht Dich liebevoll zu strömen mit der Umarmung (26) Gekala
Mandala
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Re: Mein Kind zeigt die Seite,...

Beitrag von Mandala »

Hallo Susi,

so wie Du bist wie Du bist - ist Dein Sohn so wie er ist...
Du bist nicht er - und er ist nicht Du.

Jeder von Euch ist in seinem Sein und dabei so in Ordnung wie er ist.

Nimmst Du ihn mit der Eigenart von ihm an, erübrigt sich das biegen wollende Erziehen. Der Stress ihn so haben zu mögen, dass es einfacher wird und er sich letztendlich Deinen Gegebenheiten anpassen wird - könnte zum Kampf und Krampf werden. Was er jetzt nicht an Individuation für sich erreichen kann, wird er später nachholen... Pubertät, Adoleszens und bei anderen Übergängen... Es ist keine leichte Aufgabe zu erziehen und jedem dabei gerecht werden zu wollen. Vielleicht ist es ja auch etwas was von natur aus gar nicht gelingen kann, weil wir jeder individuell sind. Es ist manchmal knifflig geliebt werden zu wollen, sich anpassen zu sollen und bedingungslose Liebe in einer dann schnell manipulierenden Weise abgeändert auf wenn Du nicht tust... zu erfahren. Das gilt für Erwachsene wie für Kinder, für Kinder mit inneren Kindern, genaus wie für erwachsene Erwachsenen mit vielleicht reglementierten inneren Kindern.


Kinder sind manchmal echte Herausforderungen - doch dabei auch immer Chance. Sie leben mit uns oft genug mit oder als Spiegel. Deshalb steht meiner Meinung nach, vor der Korrekturbemühung zunächst die Aufgabe unser eigenes noch Unerlöstes anzusehen und abzulösen, aufzulösen.

Trau Dich und trau es Dir zu, zu Deiner und zu seiner Eigenart zu stehen. Eigensinn geht eben noch längst nicht und schon gar nicht immer gesellschaftskonform mit Angepasstsein einher. Eine moderate Begleitung der Unangepasstheit und Individualität wird auch nicht unbedingt von der Gesellschaft akzeptiert. Es geht darum diese Gradwanderung zu bestehen, das ist nicht einfach. Wir brauchen den Mut dazu. Es hat dann eben mit dem Selbstwert und Selbstvertrauen auch keiner zu befinden, dass es nicht zu bewältigen wäre...

Meine Absicht ist es Dir Mut zu machen. Du brauchst ihn, als Mama strömst Du Dir vielleicht die 4er und die 22.
Die 4er helfen:
> Dir,
> dem Ungeborenen für das Du als Mama eines zweiten Kindes vor der nächsten großen Aufgabe stehst, und selbstverständlich auch
> dem zweijährigen Wirbelwind.
Die 22 machen die Umstände die nicht zu ändern sind, weich und annehmbar.

Mag sein, dass der Kleine vermutlich schon mehr von dem zukünftigen Prozess Eurer Familie für die Zukunft ahnt, als er aussprechen kann, so dass er es eben so ausdrückt...

Für Dich wünsche ich mir, dass Du in eine neue Sichtweise findest - in das Selbstbewusstsein, das Du auch ausstrahlst, und dies ohne die bewertenden Aspekte, ob sie ausgesprochen oder unausgesprochen...
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Re: Mein Kind zeigt die Seite,...

Beitrag von 19Susi83 »

gekala hat geschrieben:Liebe Susi,ich glaub Du hast da etwas falsch verstanden!!!!!
Mit Konsequent sein meinte ich nicht ihn in das Reisebettchen zu stecken.
Ich meine damit eher ein konsquentes ja oder ein konsequentes nein verbal wie auch körpersprachlich.
Zugegeben dieser Weg ist nicht ganz einfach jedoch er lohnt sich.
(eugene Erfahrung).
,
Konsequentes Nein? Also das interessiert ihn ehrlich gesagt selten, warum auch ohne Konsequenz?
Also ich wüsste nicht wie ich das noch machen sollte, das es ihn auch interessiert, weil er es dann bis zum geht nicht mehr ausreizt :-(
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Re: Mein Kind zeigt die Seite,...

Beitrag von 19Susi83 »

Liebe Gekala,
klar sehe ich es auch positiv, das er nicht so Mama fixiert ist, aber trotzdem ist es irgendwie komisch...
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Re: Mein Kind zeigt die Seite,...

Beitrag von 19Susi83 »

Liebe Mandala,

mir ist bei deinem Text gerade gekommen, das er vielleicht so ist, weil ich es noch nicht schaffe "anders" zu sein, weil mir der Mut fehlt aufzufallen, obwohl ich mich ja schon länger im Wandel befinde und nicht mehr so bin wie die meisten...

Sollte es mir egal sein, wenn er sich zu fremden an den Tisch setzt? Wie würdet ihr darüber denken, wenn euch das passieren würde?
Bis jetzt hab ich ja dabei noch keine negativen Erfahrungen gemacht, aber mir bzw uns ist das schon unangenehm.
Die Erwachsenen fanden das nicht wirklich schlimm.
Mir ist nur schon öfter aufgefallen das des die anderen Kindern nicht wollten, wenn er so "aufdringlich" ist.
Bei fremden Kindern klaut er wenigstens das essen nicht, aber bei seinen eigenen Cousins kann das schon vorkommen und die fangen dann an zu meckern und zu heulen, aber selbst wenn ich ihm das erkläre interessiert ihn das wenig und das finde ich dann schon unangenehm. Oder sie regen sich eben auch auf wenn er sich so dazwischen drängt.

Und deinen anderen Text werde ich weiter auf mich wirken lassen
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Re: Mein Kind zeigt die Seite,...

Beitrag von Mandala »

19Susi83 hat geschrieben:Liebe Mandala,

mir ist bei deinem Text gerade gekommen, das er vielleicht so ist, weil ich es noch nicht schaffe "anders" zu sein, weil mir der Mut fehlt aufzufallen, obwohl ich mich ja schon länger im Wandel befinde und nicht mehr so bin wie die meisten...
Liebe Susi,

Du must weder "anders sein" noch "auffallen"! Und vor allem Dich nicht um irgendeinen Preis auch noch dazu anstrengen. Beides ergibt sich und bedingt sich wenn Du in einer sehr angepassten Umgebung beginnst Du selber zu sein, so wie Du gemeint bist in Deinem Ursprung vom Schöpfer in Deiner Einzigartigkeit, die einzig ist aber nicht artig sein muss.

Also deshalb - nein, das hatte ich gar nicht so abgesendet und auch nicht so gemeint, wie es bei Dir ankam, doch Danke für die Rückmeldung. Sie macht es leichter, denn sie erklärt vielleicht auch, was Dir "zu schaffen macht".

Ich kann mir vorstellen Du bist vielleicht in einer sehr geordneten festen traditionellen Struktur aufgewachsen mit den unausgespróchenen Etiketten: Das macht man nicht, das oder jenes gehört sich aber so, Sätze, die alle in die bedingte Liebe führen. Dabei sehnt sich jeder danach Bedingungslos geliebt zu werden. Diese Liebe scheint es jedoch nur in den ersten Lebensmonaten zu geben. Erst im Mutterleib und dann noch ein paar Monate bis sich das Ich in einer eigenen Ausprägung unabhängig vom umsorgt werden beginnt zu entwickeln, zu entfalten, aufzubauen...

Genau da beginnt dann aber auch schon das Thema:
Entweder Du benimmst Dich wie wir und Du gehörst dazu oder Du benimmst Dich anderst, dann wirst Du aber schon sehen wo Du hinkommst.

Dabei dürfte jeder und durftest auch Du sehen wo Du hinkamst.
Die einen bewusst oder unbewusst, die einen reglementiert oder eben auch nicht. Ein jeder so wie seine Eltern und Umgebung es für richtig und passend fanden. Dafür haben sie die Fürsorge für uns übernommen - gleich wie diese später bei uns ankam zukam oder bewertet wurde. Die Eltern haben es ebenfalls so gut gemacht wie sie es konnten und wenns nicht gepasst hat, dann eben nur deshalb nicht, weil sie es auch nicht besser konnten. Hätten sie es wenn sie es "schlecht" gemacht haben, selber besser erfahren ist die menschliche Natur in einer gesunden Umgebung einfach auch so ausgelegt, dass sie es besser gemacht hätten. Es ist zudem keiner Perfekt, kann und muss keiner sein. Auch wenn die MAnipulationen der heutigen Zeit uns das vorgaukeln und suggerieren mögen.

Es ist also Deine Sache wo Du hinkommst, wenn Du Dich auf den Weg machst zu der wie Du im Ursprung gemeint und unterwegs bist, denn es ist Deine Entscheidung für Dich, die Du nun als ERwachsene für Dein Leben triffst, sowohl von der Weggestaltung als auch von der Geschwindigkeit in der Du auf der Lebensreise Dich bewegst, vielleicht auch zu dem einen oder anderen Ziel ausserhalb von Dir, das Du Dir vorstellst.

Ein Ziel, das ich bei Dir als Dich selber zu kennen, zu entdecken und zu leben auffasse.
Selbstliebe der Namen eines Projektes das dabei dazugehörig ist.
Sich selber lieben und bei sich anzufangen die unbrauchbaren Dinge loszulassen.
Dazu gehört unendlich und ich mein ohne Ende Geduld Geduld Geduld sowie aufstehen und Dreck abklopfen, Krone richten, weitergehn wenns mal nicht so klappt. Du musst nicht müssen, ausser Du willst müssen müssen...
Geniesse die Zeit der Schwangerschaft und Dein Sein wie es ist. Du brauchst nichts weiter zu tun. Es ist bereits alles angelegt und verzeichnet. Was nicht vorgesehen ist wird nicht eintreffen und was nicht eintrifft können wir nicht herbeiziehen egal wie wir uns bemühen.
19Susi83 hat geschrieben: Sollte es mir egal sein, wenn er sich zu fremden an den Tisch setzt? Wie würdet ihr darüber denken, wenn euch das passieren würde?
Bis jetzt hab ich ja dabei noch keine negativen Erfahrungen gemacht, aber mir bzw uns ist das schon unangenehm.
Die Erwachsenen fanden das nicht wirklich schlimm.


Mir ist nur schon öfter aufgefallen das des die anderen Kindern nicht wollten, wenn er so "aufdringlich" ist.
Bei fremden Kindern klaut er wenigstens das essen nicht, aber bei seinen eigenen Cousins kann das schon vorkommen und die fangen dann an zu meckern und zu heulen, aber selbst wenn ich ihm das erkläre interessiert ihn das wenig und das finde ich dann schon unangenehm. Oder sie regen sich eben auch auf wenn er sich so dazwischen drängt.

... so ist es eben, die einen befinden er wäre aufdringlich, für die anderen ist es normal. Ich vermute auch es ist eine Frage der Lebenserfahrung, des Alters, der Gewichtung aus der gelebten Zeit heraus, auch die Gelassenheit zu entwickeln.

Es ist eben ein Kind noch in der Phase der 1. Tiefe, das Grenzen gezeigt bekommt, aber sich auch erprobt.Es lernt für sich und für seine Interessen sich einzusetzen hat, aber auch gleichzeitig die Herausforderung die Feintarierung zu finden zwischen Anerkennung und Ablehnung... NAtürlich kann er nicht wie die AXt im Walde sich benehmen, doch so hab ich nach Deiner SChilderung sein Benehmen auch nicht eingeschätzt.

Wie soll er denn sonst lernen, im Kontakt seine oder die Kräfte zu messen, die Erfahrungen zu machen, die ihm so wie er in die Welt kam, in seinem Leben zu kommen? Mit wohlwollenden Erwachsenen, die ihn gerne hofieren, die alle haben wollen das es dem Knirps gut geht...? Es ist normal zu beschützen, doch manche Fähigkeiten - nein, das gelingt nur im Umgang mit anderen Kindern, die seinen ureigenen Willen, seine Stärke bemerken für sich zu sorgen und sich auch bemerkbar machen wenn es ihnen nicht passt. Streiten - also auseinandersetzen gehört genauso dazu wie vergeben und versöhen, also sich wieder zusammenzusetzen. Dazwischen findet arrangieren statt.

Nur weil Du es unangenehm findest wenn Verwandte, Freunde xyz befinden könnten, das dürfe nicht sein? Manchmal ist auch Neid und Missgunst bei anderen mit dabei, in dem "das geht aber doch nicht..." sie kannten es nicht anders und wollen es nicht, das: "doch das geht"! Uns fehlt mE. ua in unseren überangepassten Gefilden oft genug, die Freiheit wieder selber zu denken und zu entscheiden...

... wie soll das kindgerecht gerecht gehen, wenn er in einer neuen Umgebung auf dem Platz zu bleiben hat, und zwar solange wie ein Essen bei Erwachsenen nun mal dauern kann? Natürlich geht es nicht die Tischdecken wegzuzerren, mit der Hand in Tomatensuppe zu patschen bei fremden Leuten, aber das tut er ja auch nicht. Ich liebe Kinder - mich regen aber die "ungezogenen Fratzen" auf, die in einem Konzert Gegend erkunden dürfen, weil die Eltern sich nicht die Mühe machen wenn sie es nicht mit Kindern trainieren wollen und es mich und andere stört. Da wäre die Lösung entweder fernzubleiben und dem Kind und anderen Konzerteilnehmern die ebenfalls ein Recht auf Genuss haben, den Gefallen zu tun die Selbstverwirklichung auf einen anderen Ort und geeigneteren Zeitpunkt zu verlegen.

Meine Tochter hat in diesem Alter oft auch bei anderen dann unterm Tisch gelegen und mit den Fingerchen Lackschuhe ertastet... na und? Böse Zungen behaupten noch heute, sie hätte vor Mama und Papa Lackschuhe und Lippenstift auszusprechen gelernt.

Damit wir uns richtig verstehen, ich bin sehr dafür dass Kinder Regeln einhalten aber in ihrem Rahmen und nach ihrem Vermögen. Von Supernanny's Dressurmassnahmen halte ich wenig! Das geht nur ans Verhalten aber nicht an das zuvor zu nährende Gefühl gehalten und geborgen also geliebt zu sein.
Fremde Schubladen bleiben zu. Blumenerde wird nicht gegessen. Tiere und andere Kinder nicht gequält.
Widerspruch und Trotz im Kleinkindalter fördern die Fähigkeit der Unterscheidung der Geister. Weder Gleichmacherei muss sein noch rigide Neins. Die echte förderliche Lebensfreude entspringt doch der Flexibiltät dazwischen! Das ist nicht einfach und es ist auch nicht bequem, dies zu begleiten und als Eltern dafür geradezustehen. Doch genau da, beginnt die Gratwanderung einer Individualität. Von Eltern und von Kindern. Und als Familie gemeinsam.

Wenn es die Erwachsenen nicht stört, er nichts stiebitzt und einfach nur durch die Gegend wackelt, mal lächelt, mal schaut, mal flirtet und die Sicherheit von Mama und Papa in der neuen Umgebung hat und vermutlich auch geniesst dann ist das so ok - finde ich.
Es ist doch ncihts dabei, wenn er ein kleinkindnatürliches Verhalten nach in Kontakt treten und sich die Welt erobern an den Tag legt.
Schau Dir mal die Kinder aus anderen Kulturen an, die werden längst nicht so dressiert und gegängelt, da kann es sein dass die plärren dürfen bis einem selber fast die Ohren abfallen, die Erziehungsperson in einer Selbstverständlichkeit ignoriert, dass andere entnervt den Ort verlassen, die einem die Zornes oder die Schamröte ins Gesicht treiben könnte. - wie also soll in 20 Jahren der Junge dem Umgang gewachsen sein, wenn er jetzt so angepasst sein soll?

Solange jeder in seiner eigenen Freiheit bleibt, und das tut er ja wenn er nicht einfach von fremden Tellern ohne zu fragen etwas nimmt - ist es vielleicht einfach nur Kontakt- aufgeschlossen bzw. -freudig?


uff, das war jetzt viel TExt.
Es ist mir gerade rausgesprudelt und in die Tasten gehüpft,
weil ich mit dem Thema selber am reflektieren bin:
wo ist richtig und falsch in der Erziehung der Kinder...?
was war wie es war, hat sich ausgewirkt das es ist wie es ist
und wenn wieso weshalb so und nicht anders...?

Deshalb komm ich auch immer wieder zum HZS. Der ist von unschätzbarem Wert alles im Leben angebunden gehalten nachgenährt erleben zu dürfen zu korrigieren und zu wandeln was einfach nicht zu einem gehört.

Mach Dich nicht verrückt, halt den kleinen Finger und geniesse Deine Zeit, schliesslich nimmst Du ja "Anlauf die nächste Kraftaktion".

LG Mandala
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Re: Mein Kind zeigt die Seite,...

Beitrag von 19Susi83 »

Liebe Mandala,

vielen lieben Dank für deinen langen Text.
Mir sind die Tränen gekommen bei "meinem" Thema:
"Entweder Du benimmst Dich wie wir und Du gehörst dazu oder Du benimmst Dich anders, dann wirst Du aber schon sehen wo Du hinkommst..."

Bewusst ist mir das jetzt nicht, das ich wohl so erzogen wurde, aber es ist wohl so, sonst würde es mich nicht so berühren

Und jetzt will ich das gleiche wohl mit meinem Kind machen.
Aber wo ist der goldene Mittelweg zwischen "gut" erzogen und sein lassen wie er ist???

Außerdem hab ich ja noch ein Thema, immer wieder meine aufkommende Wut auf was auch immer, ob das wohl damit zusammen hängt?
Das Thema bekomm ich auch einfach nicht in den Griff :-(

Um wieder zum Thema zu kommen, hab halt Angst das er dann wie du so schön schreibst ein richtig ungezogener Fratz wird.
Klar ist es jetzt noch nicht wirklich schlimm was er macht, aber was ist wenn es schlimm wird?

Es gibt Sachen da hört er auf ein "einfaches" nein. Wie zb wenn er nicht lieb zu Tieren ist oder zu anderen Kindern. ZB hat er Kind mal mit Sand beworfen und da hat er gereicht, das ich einmal nein sage.
Bei unseren Katzen lasse ich ihn aber zb auch wieder (Außer er würde wirklich was schlimmes machen) weil da spürt er dann ja die Konsequenz gleich, wenn er gekratzt wird, wenn er sie ärgert.

Ich weiß aber nicht, warum das bei anderen Sachen nicht klappt, wenn er zb uns haut oder so. Da interessiert es ihn nicht wenn ich NEIN sage :-(

Oh man hätte nicht gedacht das des alles so schwierig ist.

vlg
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