Liebe Blueberry, Lieber Meinrad,
nachdem Ihr so explizit nach unseren Erfahrungen nachgefragt habt, mag ich meine Gedanken und v. a. Meine Erfahrung zu diesem Thema und für mich persönlich mit der 27 hier mit Euch teilen. Die Geschichte ist ein bißchen länger, und für mich persönlich sehr heikel, da sie wirklich mit meinem Innersten verbunden ist, also wenn Ihr wollt, lehnt Euch zurück.... und lest achtsam und behutsam.
Vielleicht vorne weg noch ein paar Bemerkungen zu mir. Wie schon gelegentlich gesagt, komme ich aus einem sehr christlichen, evangelischen, spirituellen Elternhaus und ist auch für mich mein Glaube an Gott wesentliches Fundament. Letztendlich hab ich zuerst den Gott im Außen geliebt, bevor ich angefangen habe mich selbst zu lieben. (Ich weiß, dass es normalerweise andersrum funktioniert, glaub ich auch gern, bei mir war's trotzdem so rum.)
Zur Vorgeschichte
Mit 12/13 Jahren hatte ich mein erstes Gotteserlebnis, seit dem habe ich die Gewissheit, dass ich nie tiefer fallen kann, als in Gottes Hand. Als Lutheranerin war/ist es für mich essentiell, dass Menschen allein aus Gnade gerechtfertigt werden und es dazu nicht irgendwelcher guten Werke bedarf (diese folgen dann aus Dankbarkeit). Dies empfind ich als befreiend. Der Pfarrer meiner Heimatgemeinde hat mir zur Konfirmation den Denkspruch gegeben: „Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christo nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die da selig macht alle, die daran glauben.“ (Röm 1,16)
(Dementsprechend mag ich auch Cestcas neue Signatur sehr.) Ich kann Euch sagen, dass ich mich dessen und mir durchaus schäme und gleichzeitig ist der Spruch Ansporn, der mir auch mit den Mut zu diesem Beitrag gibt.
Ostern 1991 hatte ich nach einer Phase mit tiefen Zweifeln (Wie kann Gott das zulassen? In dem Fall den Golfkrieg) ein zweite Begegnung Gottes, ein persönliches Ostererlebnis, der Einordnung in eine größere Ordnung und das dass Gott trotzdem gut ist, es einen Sinn hat, auch wenn ich ihn (noch) nicht erkennen kann. (Inzwischen hab ich meine Antwort auf die Frage gefunden, aber das ist ein anderes Thema.)
Das Gedicht von Marie Luise Kaschnitz beschreibt das Gefühl sehr treffend:
Auferstehung
Manchmal stehen wir auf
Stehen wir zur Auferstehung auf
Mitten am Tage
Mit unserem lebendigen Haar
Mit unserer atmenden Haut.
Nur das Gewohnte ist um uns.
Keine Fata Morgana von Palmen
Mit weidenden Löwen
Und sanften Wölfen.
Die Weckuhren hören nicht auf zu ticken
Ihre Leuchtzeiger löschen nicht aus.
Und dennoch leicht
Und dennoch unverwundbar
Geordnet in geheimnisvolle Ordnung
Vorweggenommen in ein Haus aus Licht.
Ja und dann kam ich 2006 zum JSJ, hab mich strömen lassen, sofort Feuer gefangen und recht schnell im Oktober 2006 meinen ersten (und bis jetzt einzigen kompletten) 5-Tageskurs bei Cristina Minamisawa gemacht und es war für mich, als ob sich mir ein neues Universum eröffnet hat.
Damals war ich sehr auf der Suche, ich hatte das Ziel/die Vision, die zu sein und werden, die ich schon immer bin, und gleichzeitig war ich in meinem Alltag so weit davon weg. In dieser Zeit war in mir innerlich ziemlich viel tot bzw. erstarrt. Ich fragte ich mich verzweifelt nach dem Weg über/durch dieses weite Gap.
Auf meiner Suche nach dem Weg, war der Spruch von Reinhold Schneider: „Der Weg entsteht im gehen, wie durch ein Wunder.“ damals eine erste Antwort. Ja und beim JSJ hat ich schnell das Gefühl, dass für mich das JSJ Teil des Weges zu mir ist.
In meiner jugendlichen Begeisterung hinsichtlich des JSJ hab ich mich dann auch noch gleich im Frühjahr 2007 für ein Themenspecial mit Wayne Hacket angemeldet:
2 Tage „Hineinwachsen in unser geistiges Erbe, „SEI WER DU BIST“, ein Tag gratis die „Freiheit zu SEIN.“ , gefolgt von 2 Tagen „Fülle des Lebens - mit Jin Shin Jyutsu unsere Lebendigkeit erleben“. (Der Kurs ist auch im Main Central 31 S. 8 beschrieben).
Ich weiss noch, ich hab mir sehr lange überlegt, mich für die ganzen 5 Tage anzumelden oder nur für die ersten 3... wie dem auch sei, ich bin die 5 Tage geblieben. Das war eine der entscheidenden Kreuzungen in meinem Leben, deren Konsequenzen ich erst im Lauf der Zeit begriffen habe.
Wayne hat uns/jeden am Anfang SES ziehen lassen, und ich hab die 4 gezogen. Die ersten beiden Tage hat Wayne ganz klar unter das Motto der 5. Tiefe gestellt, das spirituelle Erbe, die beiden ersten Tage waren für mich ein intellektuelles Feuerwerk und begeisternd.
Irgendwann an den beiden Tagen hat Wayne auch erklärt, dass man die
SES 1-9 als körperliche Ebene,
SES 10-18 als psychische 1-9 und
SES 19-26 als spirituelle 1-8 sehen kann.
Das war für mich ein wahnsinnig großes Tor, was sich mir damit geöffnet hat.
Und wie Du, Nirbheeti, hab ich mich sofort gefragt, und was ist dann mit der 27, der spirituellen 9?
Angesichts meiner Vorgeschichte, kannte ich dass Oster-/Erleuchtungs-Gefühl als Geschenk, das kommt, dem man sich aber nicht annähern kann. Für mich war klar, Erleuchtung findet ja auch hier auf der Erde statt und danach ist es genauso das Gefühl der 9, was lässt man los, was nimmt man mit in den neuen Zyklus.
Ich kannte ich das Gefühl, konnte es aber nicht klar benennen, und für mich war es glasklar, dass es die 27 geben muss, dass sie im JSJ vielleicht nur noch nicht definiert/beschrieben ist.
Der 3. Tag der „Freiheit zu SEIN.“ war ein Fragetag und ich hab die Frage nach der 27 gestellt und für mich keine befriedigende Antwort bekommen. Bzw. eigentlich Gegenfragen als Antwort bekommen. Ich wusste es für mich wie sich's anfühlt und konnte gar nicht verstehen, dass es die anderen vielleicht nicht sehen/begreifen konnten, war andererseits viel zu schüchtern klar zu sagen..... und am Körper hat ich die 27 auch nicht verortet, Bauch, Hara, Kopf/Scheitel....?
Das ganze hat sich dann für mich nicht so wohltuend entwickelt. Ich konnte das ganze damals nicht richtig atmen/verarbeiten und da ich mich selbst auch zu wenig kannte.... wie dem auch sei ich hab mich in dem Zuge selbst verloren und bin in der direkten Folge des Kurses erstmals in meinem Leben ver-rückt. Andererseits ist für mich persönlich die Gewissheit der 27 geblieben, hab nur nicht mehr versucht, die Ahnung/das Wissen zu teilen.
In der Folge habe ich mich in meiner Strömerei im wesentlichen auf mich selbst und die Bücher (v.a. WRK) zurückgezogen, fast unendlich viel den Bereich der 14 geströmt u.a. um das ganze zu verarbeiten, verdauen, bis ich mich 2012 im Forum angemeldet habe.
Zwischenzeitlich hab ich mit 2 Praktikerinnen über die 27 gesprochen, für die erste war die Frage ein klarer Irrweg bzw. ist über die Frage, den Punkt erschreckt, da die Lehrer es schon wissen, und die andere hat zu meiner Verblüffung ganz einfach gesagt, für sie ist die 27 in der Scheitelmitte (wo die re Hand beim HZS ist), sie hatte aber auch kein Bedürfnis das zu teilen. (Und doch war es für mich sehr heilsam.)
Der Zen-Meister Shunryu Suzuki sprach mir in dem Buch „Seid wie reine Seide und scharfer Stahl“ aus der Seele, dass Erleuchtung immer wieder neu stattfindet.
Ostern 2013 hat sich bei mir dann noch einiges geklärt.... und eigentlich den Stand bis ins Jahr 2014 herausgebildet, als ich diesen mit 2 Praktikerinnen aus dem Forum hier geteilt habe, was irgendwie ganz wohltuend weitergewachsen ist. Das ist was ich damals geschrieben habe. (Ich lass es für den Moment in dieser chronologischen Reihenfolge..)
„
Nun endlich zur 27 - Freiheit, Freisein
spituelle 9, und 1 der Gemeinschaft (& dementsprechend auch schon in der anderen Dimension)
Am 11.4.13 hat ich in Sanaras Kinder Thread geschrieben:
„Damit ich meinem Herz folgen kann und wirklich tun kann, was ich will muss ich mich erkennen. Vollständig (26) mich annehmen so wie ich bin, mit meinen Möglichkeiten und mit meinen Begrenzungen, meinen Stärken und Schwächen, die mich erst zu der machen der ich bin. Erst dann wird mein Wille wirklich frei sein und ist nicht mehr getrieben von einer inneren Angst und Not.“
Dieses Freisein ist das, was ich mit der 27 verbinde: Wenn ich ganz und vollständig bin, bin ich frei von meinen Ängsten und Lasten, dann kann ich dem anderen wirklich begegnen. Anderseits ist dieses Freisein, diese Freiheit etwas, was ich auch in der echten Begegnung mit dem anderen erfahren kann, wenn ich mich angenommen fühle/weiss und dementsprechend loslassen und vertrauen kann.
Auf christlich ist es für mich das, dass der Himmel hier und heute beginnt bzw. auch das Christuswort: „Wenn 2 oder 3 in meinem Namen zusammen sind, werde ich mitten unter Euch sein.“ Das ist für mich der Teil der anderen Dimension, den wir spüren können, wenn wir eins (mit dem anderen) sind. (Das andere ist dabei Person, Ganzheit, Gott, Schatten.... was auch immer)
Ich weiss nicht, ob meine Worte tragen....Varina, hat für mich dieses Gefühl im Herbst 2013 eine Zeitlang ganz stark ausgestrahlt.
Dementsprechend ist für mich die 27 auch schon in der anderen Dimension (wie Petra Ellmendorf gesagt hat.). Da sie Teil des Grenzlands ist, das einerseits noch Teil meiner selbst ist, andererseits auch mit dem anderen untrennbar verbundenen ist.
Wo ich an der Grenze meines Selbsts, Teil etwas Größeren bin, verbunden über mein horizontales und vertikales Gerüst. (Hätte da ein 2 Bilder/Zeichnungen, die in mir entstanden sind, aber die muss ich noch schauen ob und wie ich sie einbinde)
Im Rahmen des JSJ hab ich das Gefühl Anfang 2007 erlebt, als eine Praktikerin bei einem Kurs die 36-Atemzüge, das Oval sich immer weiter ausdehnen lassen hat, über das, das sich die Ovale der verschiedenen Teilnehmer durchmischt haben, hin bis zum Mittelpunkt der Erde und weit in den Himmel.
Auf der körperlichen Ebene verorte ich die 27 gefühlt noch immer in der Mitte (horizontal & vertikal). Je nachdem ob ich die 14 eher auf dem unteren Rand des Rippenbogens ströme oder ein paar cm drunter fühlt es sich ganz anders an. Es gibt den Spruch im Darm sitzt, der Tod, also sitzt im Umkehrschluss dort auch das Leben. Aber auf der körperlichen Ebene bin ich mir noch immer nicht so sicher, das ist noch nicht ganz gar.
Kann mir immer noch vorstellen, dass je nachdem was dran ist, loszulassen und zu bewahren, die 27 auch an verschiedenen Stellen sitzt / zugänglich ist. So war es für mich angesichts der Glaubenssätze und Einstellungen meiner Praktikerin vollkommen stimmig und einleuchtend, dass für sie die 27 an der Scheitelmitte sitzt.“
Und wie ging es weiter?
Ende letztes Jahr ist es mir klar geworden, dass es letztendlich ein Stückweit egal ist, ob es im JSJ die 27 gibt oder nicht, mir hat das Denkkonzept der 27 gedient, um meine innere Erstarrung / meinen inneren Tod zu überwinden.
Liebe Blueberry, dieses Gefühl ist auch das, was ich hinsichtlich des mythischen/atheistischen Standpunkts gemeint habe – jede unserer Überzeugungen dient für was und hat dementsprechend ihren Zweck... und wenn sie diesen Zweck erfüllt hat, kann sie sich lockern und wandeln.
Ich hab nie über die 27 hinaus gesucht, da für mich die 3 Dimensionen körperlich, geistig und spirituell und die Zahlen/Qualitäten 1 bis 9 die Dimensionen unseres Lebens hier auf der Erde vollkommen umfassten.
Vor ein paar Wochen meinte die Praktikerin, die ich allererstes angesprochen hatte, zu mir, dass es die 27 nicht gibt, weil deren Qualität schon formlos sei, wie alles was danach kommt.
Und dann kam dein spannender Thread, Blueberry, mit seiner ganzen Emotionalität, und deine Frage, Meinrad, … und für mich v. a. auch Nirbheeti mit dem Mary Zitat mit der 0-26 als Antwort auf alle Störungen und mir war sofort sonnenklar, dass die 0, mit all Ihren Qualitäten, für all das, was ich beschreiben wollte, viel viel besser passte als die 27. Denn die 0 ist wirklich allumfassend, grenzenlos. Die 0 war meine 27 und schon immer da, ich hat sie nur nicht gesehen. Ich hatt' einfach auf der falschen Seite gesucht, und niemand hat's mir gesagt.
Die 0 macht für mich das Zahlenkonzept des JSJ in jeder Hinsicht rund, und was kommt nach der Erleuchtung (26, spirituelle 8 ) - das Nirwana, Nichts, die 0 halt. Sie ist für mich die spirituelle neun (s.a. 9. Tiefe) Beginn und Ende eines Zyklus, die 0, der Narr im Tarot - ich bin ungebunden, frei, grenzenlos - für einen neuen Durchlauf durch die Qualitäten 1-26, bis ich wieder vollständig bin (das, was war, ist und sein wird).
Und körperlich verbinden tu ich das natürlich für den Moment mit unserem allumfassenden Ei...vorne runter – hinten hoch.
Falls jemand sich fragt, die 0 als Nachfolger der 26, mag ich einerseits auf das Tarot und die chinesische/japanische Zeitrechnung verweisen, die jeweils auch in Zyklen funktionieren.
Das ist mein témoignage / Zeugnis zu dem Thema. Und ich bin gespannt wie es auf Euch wirkt? Wie es gemeinsam weiter wächst?
Jetzt muss ich mich profanerem zuwenden. Mich endlich um die Kostenstellen und Innenaufträge kümmern, um eine realistischere Chance zu bekommen, die SAP-Beraterprüfung nächsten Freitag irgendwie zu bestehen.
Ich wünsch Euch was, im Vertrauen, dass es hier gut aufgenommen wird.
Herzliche Grüße,
AnnSophie.