Ja, Spaßbremse will man ja nicht sein.
Du hast ja Recht, darum halt ich mich ja bei den Zahlenspielen hier normalerweise auch zurück. Mein Problem bei diesen Rechenkunststückchen – und die sind jetzt hier grad gehäuft aufgetreten – ist halt, dass die Zahlen und Ihre Beziehungen im Jin Shin ja wirklich eine große Rolle spielen.
Wenn wir jetzt hinzugehen, und Worte aus der deutschen Sprache, in der gegenwärtig gültigen Schreibung, mit Ihren Buchstaben nach der Stellung im deutschen Alphabet abzuzählen, bei Worten die über eine Transkription aus Asiatischen Zeichen abgeleitet sind, ist das noch kurioser, und diese Zahlen dann über Addition und Quersummenbildung auf die universelle Weisheit der Eins zu reduzieren ... Was soll dabei herauskommen.
Mir persönlich erscheint das ehrlich gesagt sehr problematisch, zumal es in einem unglaublich wissenden Gewand daherkommt, unabhängig davon, dass das natürlich auch Spaß machen kann.
Wenn einem klar ist, dass uns diese Rechenspäße natürlich über den rein logischen Zusammenhang zwischen den Zahlen immer wieder zu den Themen des Jin Shin führen, dann ist natürlich auch klar, dass wir, weil eben die Themen des Jin Shin nicht lapidar sind, wir über jedes Zahlenspiel auch an eine Ecke seiner Weisheit kommen.
Ich frage mich auch, warum man diesen Spaß am Rechnen auf die Addition begrenzt, die anderen Grundrechenarten, Subtraktion, Multiplikation und Division aber nicht angewandt werden. Warum man einfach Quersummen bilden darf, nach belieben Zahlen umstellen, bei Bedarf aus 1 und 2 eine zwölf machen oder eine 21 zur 12 umdrehen und so weiter. (Bei Buchstabendrehern gibt's dafür immerhin eine Verkürzung am Chiasmus diagnostiziert

)
Mir scheint es am Ende darauf hinauszulaufen dass alles gut uns schön ist, alles gilt und passt. Aber wenn alles gleich gültig ist, dann sagt es gleichzeitig nichts mehr aus und wird zur Scheinweisheit.
Welchen Sinn könnte es haben, dem Jin die „6“ zuzuordnen, der Gottheit dafür die „5“ die Zahl des Menschen, und der Kunst die „8“. Was wissen, oder erfahren wir dadurch Bedeutsames. Und wie viel kann die „1“ als Urbeweger, Anfang, Aufbruch von der Großartigkeit, Umfassendheit und Vielseitigkeit des Jin Shin uns zeigen ?
Kein Zweifel, dass uns die Zahlen im Jin Shin helfen, seine Struktur zu verstehen, dass sie Brücken bauen und eine wichtige Hilfe zum Verständnis sein können. Gerade darum aber meine ich, sollten wir vorsichtig und respektvoll damit umgehen. Auch der Spaß bildet sich in einem Kontinuum das von der Großartigkeit bis zum Humbug reicht. Jetzt hab ich versucht, mal meine Sorge in dieser Frage darzustellen.