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Rauhnächte

Verfasst: 5. Dezember 2010, 18:50
von skatha
Eine Freundin aus Tirol hat mir so richtig das Thema Rauhnächte schmackhaft gemacht - die Zeit zwischen Weihnachten und Dreikönigstag.
Da scheint es - vor allem im alpenländischen Raum - ja jede Menge Rituale und Bräuche geben.
Ich würde gerne einiges sammeln. Was ich bereits weiß: Wäsche darf man keine aufhängen, das Haus soll man Räuchern, der "Wilden Jagd" Milch und weiße Speisen rausstellen.
Mich würde interessieren, ob das in anderen Gegenden auch bekannt ist und was da traditionell - oder auch magisch - gemacht wird.
Ich hab natürlich auch ein wenig im Internet nachgeforscht.
Zur Einstimmung eine Seite, die ich sehr gut und ausführlich finde: http://bit.ly/cIZs5r
Schöne Zeit in den "rauen Nächten" wünscht euch
Skatha

Re: Rauhnächte

Verfasst: 5. Dezember 2010, 22:47
von Momabo
Hallo Skatha,
schön, dass du dich auch mal wieder zu Wort meldest :mrgreen:

Mein Vater hat in diesen Tagen immer ganz akribisch das Wetter aufgeschrieben, man kann davon ablesen, wie das Wetter im nächsten Jahr werden wird. Also 2. Feiertag ist Januar, 27. ist Febr... usw. bis 6.1. ist Dezember. Seit mein Vater nicht mehr lebt, schreib ich es mir auch auf und es stimmt so ansatzweise. Der TAg kann man in 4 x eine Woche aufgliedern von 0-6 Uhr > 1. Woche, von 6-12 Uhr zweite Woche usw.

Diese Tage haben für mich eine eigene Schwingung, ich nehme mir in diesen Tagen bewußt nix vor, sondern genieße das SEIN, leider darf ich über Silvester meistens arbeiten, deshalb ist die Ruhe meistens nicht ganz so groß, aber es hat was Magisches :D

Das mit dem Räuchern kenne ich auch, habs allerdings noch nie gemacht. wenn ich das Gefühl habe es tun zu müssen, mach ich das energetisch...

Ich werde mich im Altenheim mal umhören, was die so alles erzählen...

lg Mona

Re: Rauhnächte

Verfasst: 6. Dezember 2010, 11:53
von skatha
Oh, das wäre sehr interessant, was alte Menschen da zu erzählen haben. Freu mich schon über Berichte.
Schöne Grüße
Skatha

Re: Rauhnächte

Verfasst: 6. Dezember 2010, 14:31
von Kampfkarpfen
Ja,ja,ja mein Liebingsthema.

Also was ich an den Rauhnächten spannend finde, ist der Zeitpunkt. Christen glauben das die Rauhnächte am Heiligen Abend anfangen. Diese Zeit nutzen christliche Missionare für ihr Tun. Sie feierten Christi Geburt als die auf die Erde gekommene Sonne. (Der historische Jesus von Nazareth kam aber nicht am 24.12. zur Welt.)
Von den Kelten her ist überliefert das die Rauhnächte mit der Wintersonnenwende am 21 Dez. Anfangen. (Dieses Jahr am 22. Dezember)
Es ist die Zeit des Kampfes des Lichtes mit der Finsternis, des Guten mit dem Bösen. Die Erlösung oder das Ende einer langen Suche ist oft nur in diesen Nächten möglich.
Ich beginne die Rauhnächte mit dem Wintersonnenwendfeuer. Das machen wir schon seit Jahren und Nachts wird draußen im Stroh übernachtet.

Im Brauchtum und Aberglaube gibt es ein paar Regeln an die man sich halten sollte.
-So viele Knöpfe an deinen Kleidungsstücken fehlen in dieser Zeit, so viel Geldstücke werden dir in einem Jahr gestohlen.
- Gibt es zu dieser Zeit viel Nebel, gibt es ein nasses Jahr, ist es hell und klar ein trockenes.
- Die Träume der zwölf Nächte erfüllen sich im nächsten Jahr. Träumt man vor Mitternacht, so erfüllt sich dies in der ersten Monatshälfte, Träume nach Mitternacht am Ende des Monats.
- Vor diesen Tagen soll alles was verliehen wurde, wieder im Hause sein und Geliehens soll man zurückbringen. Wer dies nicht tut ist eine Hexe.
und viele mehr.

Ich Räuchere in dieser Zeit auch immer die Wohnung komplett aus mit Wacholder, Rosmarin, Lavendel und Beifuß.
Danach wird die Haustüre ganz aufgemacht damit der Rauch ums Haus ziehen kann und mein Umfeld schützt.

Wer interesse an schönen Geschichten, Brauchtum und Aberglaube hat dem empfehle ich das Buch von Sigrid Früh
Rauhnächte ISBN 3-92 67 89 - 24 - 7 im Stendel Verlag erschienen.

Bin auch schon gespannt wie ihr damit umgeht.

Re: Rauhnächte

Verfasst: 26. Dezember 2010, 15:29
von Kampfkarpfen
Einen schönen Brauch habe ich heute im Fernsehen gesehen.
Man geht in der Sylvesternacht mit einem geflochtenen Strohseil an seinen Obstbaum und fragt ihn ob er nächstes Jahr eine gue Ernte verspricht. Antwortet der Baum mit ja bekommt er eine Strohkranzkrone umgebunden.

Und eins habe ich noch ganz vergessen.
In meinem Geburtsort Ilshofen Landkreis Schwäbisch Hall laufen am heiligen Abend die Rollebube.
Das sind alle Jungs nach der Konfirmation bis zur Hochzeit. Sie tragen lange weiße Gewänder und Mützen die wie umgestülpte Schultüten aussehen. Um den ganzen Körper haben sie Glocken. Mit rießigem Getöns geht es nach der Kirche durch alle Straßen. Früher wurde bei den Wohlhabenden Gebettelt, heute bei den nächsten Konfirmanden.
Sinn und zweck ist es aus allen Straßen die bösen Geister zu vertreiben damit das Christkind kommen kann. Gleichzeitig wird mit den Glocken der Erdgeist geweckt damit der im kommenden Jahr das Getreide wachsen läßt.
In den Nachbarorten heißen sie Schellenbuben oder Rollenesel.

Als Kinder haben wir immer ganz gespannt auf die Rollenbube gewartet.

Re: Rauhnächte

Verfasst: 28. Dezember 2010, 21:04
von Amanda
die rauhnächte beginnen bei mir vom 24. bis heilig drei könig.
mich hat es gerade etwas gewackelt als ich den 21. las,
da is wohl was verrutscht oder gewandert.

zeit der stille, zeit der erde, dunkle erde lichtdurchströmt

die mistel gleicht die starke strahlung in dieser zeit aus sowie ausgedehnte spaziergänge.

zeit der perchten alpengruß

und einen schneegansgruß von der ela*

Re: Rauhnächte

Verfasst: 29. Dezember 2010, 10:00
von Kampfkarpfen
Liebe Ela,

nein da ist nichts gerutscht. Leider ist es so, das viele christliche Bräuche und Feiertage an heidnischen Feiertagen und Bräuchen angelehnt sind. Gehörte damals zum Machtspiel.
Schön ist doch, das wir heute darum wissen, und jeder das glauben darf was für ihn Sinn macht.

Re: Rauhnächte

Verfasst: 29. Dezember 2010, 13:32
von neptunia
wieder ein thema für mich =) ich werd mal mit dem ausräuchern anfangen, das alte jahr war ein bißchen anstrengend und darf jetzt gehn. jetzt. endlich .... ;)

ich wünsch euch hübsche raunächte!
neppi

Re: Rauhnächte

Verfasst: 30. Dezember 2010, 11:17
von moorhexe
für mich beginnen die rauhnächte auch mit der wintersonnenwende, die ich jedes jahr mit kreistänzen oder einem lagerfeuer feiere.
dieses jahr leider alleine.

ich wasche keine wäsche zu den rauhnächten.
die räder stehen still, es ist die zeit der besinnung und ruhe.
liebe grüße von barbara

Re: Rauhnächte

Verfasst: 30. Dezember 2010, 15:14
von optimistin
Raunächte
Hast du heute Nacht geträumt?
Vielleicht sogar von mir?
Dann halt den Traum ganz fest,
denn so bleibt er bei dir!

Zwölf Tage schreib die Träume,auf ein besondres Blatt,
Raunächte sind das Märchen,
das Wunder in sich hat.

Bevor du in dein Bett gehst,
leg einen Stift dir hin,
denk dich in deine Träume,
sie haben wirklich Sinn.

Am Morgen wirst du spüren,
wie warm dein Herz noch ist,
schreib nieder deine Träume,
damit du nicht vergisst.

Zwölf Tage lass dich führen
von mystisch starker Hand
leb endlich deine Träume,
schalt aus mal den Verstand

copyright by Autor Ute Schuster