Liebe Susi,
schreib meine Gedanken einfach mal mit rein. Ja ich kenne solche Gedanken schon lange, vor Jahren hab ich manchmal einfach einfach wegen dem Leid der Welt geweint.
War es nicht leichter, als man vor all dem noch die Augen verschlossen hat? Man gar nichts davon wusste?
Für mich nicht wirklich. Es gehört zum Menschsein, dass wir uns unseres Verstandes und unserer Sinne bedienen. Es gibt keinen Weg zurück, in einen vorbewussten Zustand.
Aber man kann lernen mit dem umzugehen, was man wahrnimmt. Und der Verstand gemeinsam mit Körper und Seele gibt uns auch die Antworten.
Und jetzt hat man dieses volle Bewusstsein dafür, wahrscheinlich auch durch JSJ.
Durch das JSJ oder damit zeitgleich ist bei dem ist bei mir das Bewusstsein auch deutlich gewachsen.
Ja mir taten auch vorher die Tiere schon Leid, aber ich habe mich bewusst davon ferngehalten und trotzdem weiter mein Fleisch gegessen.
Erst durch JSJ bin ich zum Vegetarier geworden.
Es macht mich fertig das genau jetzt in diesem Moment Tiere gequält werden.
Für mich ist es die Verantwortung der Politik: des Parlaments, die entsprechenden Gesetze zu machen, dass es eine artgerechte Tierhaltung sein muss und die der Regierung, dass es ausreichend Prüfer gibt, um das ganze zu überprüfen und dass es wirklich ernsthafte Konsequenzen gibt. Und ich kann durch meine Stimme bei der Wahl entscheiden, welche Partei dies meines Erachtens am besten tun.
Und zwischen den Wahlen kann ich bei verschiedenen NGOs, Unterschriften-Listen u.ä. Mitmachen... das ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.
Das Menschen leiden und verhungern und ich nichts dagegen tun kann.
Da hab ich eine ambivalente Einstellung:
Nochmal, die Rahmenbedingungen unseres Zusammenlebens werden von der Politik gemacht.
Der Multimilliardär Warren Buffett sagte zwei Jahre vor(!) der Bankenkrise zur New York Times, Zitat: „Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen.“ – und das sieht man leider zu deutlich an der Politik, gerade die letzten Tage wieder, an der CO2-Abstimmung der Deutschen.
Im Sinne eines Tropfen auf dem heißen Stein kann ich z.B. mein Geld bei der GLS-Bank anlegen, oder bei Foodwatch gegen Nahrungsmittelspekulationen unterschreiben.
Wenn man sich auf eine Sache fokussiert, kann man auch als einzelner sehr viel bewegen. Hab ich schon erfahren. Auch Gandhi, ML King, Mutter Theresa, Mandela waren/sind „nur“ einzelne Menschen.
Ich hab irgendwie die Hoffnung, dass man, wenn man nur den richtigen Ton und Kanal findet die Stimme der Millionen Menschen neben der Stimme der Millionen Euro gehört wird.
Bezeichnenderweise ist es für uns vorstellbarer, dass unsere Welt untergeht und wir den Ast auf dem wir sitzen wirklich absägen, als dass unser Wirtschaftssystem untergeht.
Klar Politik beginnt im eigenen Einkaufswagen und selber kann man darauf achten was man kauft.
Man kann Spenden aber auch hier, weiß man nicht mal ob das ganze da hin kommt wo es hingehört
Es gibt das DZI-Spendensiegel und die DZI-Datenbank, die bewertet seriös viele verschiedenartigste Organisationen
Oder kennt ihr dieses Video?
http://www.youtube.com/watch?v=Sj00vO48MTk
Schön was das Mädchen sagt, bezeichnend wie müde und v.a. kritisch viele v.a. der weißen Erwachsenen aussehen.
Man fühlt sich so hilflos und fragt sich, habe ich das Recht bei all dem Elend glücklich zu sein?
M.E. Hilft es nicht sich schlecht zu fühlen oder unglücklich zu sein. Wir haben viel mehr Energie was zu ändern und gegen das Unrecht aufzustehn, wenn's uns gut geht und wir glücklich sind.
In dem was ich zum Thema Mitgefühl verlinkt habe, wird zwischen Empathie und Mitgefühl unterschieden. Ist ganz erhellend und helfend.
Klar wenn ich deswegen auch leide hilft es natürlich auch keinem, aber warum geht es uns so gut, während andere verhungern oder im Krieg leben müssen?
Manchmal hilft es, wenn man
anstelle von warum wozu fragt.
Ein Gutteil unseres Reichtums kommt m.E. von der Ausbeutung anderer Länder und auch deutsche Rüstungsexporte sind weltweit noch immer top.
Wozu geht’s uns so gut, das ist für mich wie mit dem Reichtum: Mit dem was man hat, hat man auch die Verantwortung seine finanziellen, geistigen und seelischen Ressourcen möglichst wohltuend einzusetzen.
Warum kann nicht jeder Mensch seinem Herzen folgen, dann gäbe es kein Leid?
Bin ich nicht mehr so sicher. Es gibt so viel verblendte Menschen und verblendte Herzen.
"Alles Schreckliche dieser Welt ist aus guter Absicht entstanden", sagt ein russisches Sprichwort und der englische Volksmund weiß: "The road to hell is paved with good intentions."
Oder andersrum auch Mephisto: "Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will, und stets das Gute schafft."
Wie können, die die guten Willens sind, wirklich Gutes tun? Und was ist wirklich gut? Wann und wie kann man es bewerten?
Ein gewisses Maß an Leid wird es m.E. immer geben, aber es müsste lang nicht so viel Leid geben. Da ist so viel unnötiges, gemachtes Leid....
Warum ist Geld und Macht wichtiger, als das alle Menschen und Tiere glücklich sein dürfen?
In unserer Gesellschaft ist das Haben sehr viel wichtiger als das Sein, und dementsprechend auch Macht und Geld (Erich Fromms „Haben und Sein“ ist da für mich noch immer ein sehr wichtiges Buch).
Die Glücksforschung zeigt, dass Gesellschaften umso glücklicher sind, je enger die Schere zwischen Arm und Reich ist und je größer der soziale Zusammenhalt in einer Gesellschaft ist.
Auch in der Natur gibt es Kampf und Raubtiere. Z.B. Haie, Wespen, Ameisen, Kakerlaken, Ratten sind evolutionstechnisch extrem erfolgreich.
Ich frag mich wie können kooperative Modelle sich durchsetzen?
Warum denken so viele zuerst an sich selbst, anstatt an andere?
„Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst.“
Es gibt viele, die zu viel bei den anderen sind, und viele die zu sehr bei sich sind. Heilsam für sich und andere ist's dann, wenn beides im Gleichgewicht ist.
Wie geht's euch? Habt ihr auch solche Gedanken und wie kommt ihr damit klar?
Ich habe sehr lang den Frieden im außen gesucht: kirchl. Jugendarbeit, Friedensgebet, Amnesty etc. und bin dabei immer moralinsaurer, verzweifelter und bitterer geworden.
Irgendwann fiel der Satz von Lasalle „
Der Weltfrieden fängt mit dem Frieden in mir an.“ in mein Herz und seit dem ist das mein Weg. Könnte mit einem großen Bogen beschreiben, warum das so weise ist. Und auf dem Weg bin ich auf's JSJ und
Marys LIFE gestossen, was sinngemäß zumindest teilweise was ähnliches sagt.
Zudem ist der Friede in mir, ja auch in meinem Machtbereich, d.h. ich kann handeln und bin nicht ausgeliefert.
Ich bin gerade noch am aufräumen in mir, und bin dem Frieden in mir auch wirklich deutlich näher gekommen. Ich hoffe, dass ich irgendwann wieder Platz, Zeit und Raum habe, den Frieden auch im außen zu unterstützen. Bzw. das wird eher nach außen wachsen.... wenn die Energie innen nicht mehr so benötigt wird.
Wenn ich mir die Makrolage anschauen, wächst der Zorn gerade über die Politik, die sich an die Wirtschaft/Banken verkauft hat. Und vermeintlich „alternativlos“ die Gewinne privatisiert und die Verluste uns alle, den Staat zahlen lässt.... unser aller gemeinsames Erbe verspielt, das wir bebauen und bewahren sollen.
Was wir mit unserem Lebensstil am längsten über Jahrtausende als Erbe hinterlassen, ist der Atommüll, das macht mich traurig/wütend.
Für mich wesentlich sind dabei auch die Massenmedien, da die unser Bild von der Wirklichkeit machen... Da ist in mir viel noch nicht rund.
Ich schärfe das Schwert meines Verstandes und söhne mich mit mir aus (SES22, 13), und es wird sich zeigen, ob, was und wie meine Rolle ist,mein Beitrag ist.
Es zählt, wie wir leben.
Jeden Tag, jeden Atemzug ein bißchen mehr Frieden in uns, um irgendwann Segen für die Welt zu werden und sein.
Dank Dir für Deine Frage und den Anlass, durch meine ähnlichen Gedanken zu gehn und meine Antworten wieder zu finden und Nirbheeti für deine weise Antwort, die ich gerade vor dem Abschicken noch gelesen habe.
Irgendjemand hat/hatte die schöne Signatur:
„Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.”
Ich wünsch Euch Frieden.
AnnSophie