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Physiotherapeut?
Verfasst: 4. März 2015, 18:23
von AnnSophie
Hallo Ihr Lieben,
vom beruflichen Hintergrund her, hab ich ja die letzten 17 Jahre als Wirtschaftsinformatikerin gearbeitet und (dabei auch gutes Geld verdient und teilweise auch meinen Spaß bei der Arbeit gehabt) .... nun bin ich schon ein Weilchen am überlegen ob ich Richtung Physiotherapeut umsattle und nochmal eine Vollzeitausbildung anfange.
Der Gedanke von der Physiotherapie wäre, der ganzen Körper-/Heilthema ein stabiles Fundament zu geben und eben mit den Händen zu hören und zu arbeiten.
Heute war ich bei einem Schnuppertag an der lokalen Physiotherapieschule und hatte eigentlich etwas gehofft, dass es danach aus meinem Kopf raus und abgehakt ist,... aber im akuten Nachklang kann ich es mir deutlich mehr vorstellen, als vorher....
Als ich in den Raum kam, wo gerade Lymphdrainage unterrichtet wurde und die Schüler sich gegenseitig "Hand anlegten", dacht ich - j a, das kann ich mir gut vorstellen.
Der finanzielle Aspekt (3 Jahre Vollzeitausbildung mit Schulgeld, und schlechtere Verdienstmöglichkeiten hinterher) spricht klar gegen den Neuanfang. Wenn ich die Ausbildung machen würde, würde ich defacto meine ganzen Rücklagen auflösen müssen.
Unsicher bin ich auch, wie gut ich mich inzwischen abgrenzen kann.... Könnte mir aber vorstellen, dass das manuelle mir eher beim Erden hilft?
Ist das der richtige Weg, wenn ich traditionell eher von einer Arbeitssucht komme und eigentlich das Kleinklein und penibelste arbeiten sooo gut kenne (wenn auch aus einem ganz anderen Bereich) und denke, das wichtigste wäre ein Stück Loslassen im Vertrauen, mich fallenlassen.... (Irgendwie ist das etwas paradox - aber ich lass es doch mal hier stehen.)
Nun dachte ich, ich werf' es mal hier in die traute Runde.... und schau was von Euch so zurückkommt?
Gibt es hier irgendwelche Physios??
Am Wochenende bin ich in Straßburg auf dem 2. Teil (Organströme) eines 5 TK mit Brigitta Meinhardt

(Und hoffe, dass es mir auch kurzfristig gut tut

). Irgendwie will ich die Erfahrung von dort mit in meine Entscheidungsfindung reinnehmen.
Herzliche Grüße aus dem Grenzgebiet,
AnnSophie.
Re: Physiotherapeut?
Verfasst: 5. März 2015, 22:58
von Nirbheeti
AnnSophie hat geschrieben:Am Wochenende bin ich in Straßburg auf dem 2. Teil (Organströme) eines 5 TK mit Brigitta Meinhardt

(Und hoffe, dass es mir auch kurzfristig gut tut

). Irgendwie will ich die Erfahrung von dort mit in meine Entscheidungsfindung reinnehmen.
Liebe AnnSophie,
ich wünsche dir eine gute Zeit mit Brigitta in Straßburg - mit viel ausgeglichenem und stabilem Erdelement. Find ich gut, dass du dir jetzt in Ruhe den zweiten Teil gönnst. Brigitta kenne ich gar nicht.
Zu deiner anstehenden Entscheidung: Wenn etwas wirklich dran war in meinem Leben, dann war plötzlich alles stimmig: Ich wusste, was ich wollte, hatte aber kein Geld. Plötzlich war es da. Ich konnte eigentlich nicht frei nehmen - und der Schulrat verwendete sich für mich bei dem Rektor, der es auch auf seine Kappe genommen hätte.

Dabei ging alles mit rechten Dingen zu, ich hatte keine Wünsche ins Universum geschickt, manchmal hatte ich sie schon aufgegeben und plötzlich wurden sie wahr. Zum Beispiel jetzt habe ich immer wieder Anfragen wegen Strömen.
Du wirst schon noch finden, was zu dir und in dein Leben passt.
Große Umarmung dir!
Nirbheeti
Re: Physiotherapeut?
Verfasst: 6. März 2015, 10:07
von Gabriela
Liebe AnnSophie, warum gleich so radikal, so ganz oder garnicht? Warum nicht erstmal eine Ausbildung zur JSJ-Therapeutin nebenher, und sich damit langsam ein Standbein aufbauen? Also das ist jetzt meine bescheidene Meinung. Auf der anderen Seite habe ich die gleiche Erfahrung wie Nirbheeti gemacht: Wenn der Zeitpunkt richtig ist, fällt alles zusammen. So hab ich mit 44 Psychologie studiert und dabei halbtags gearbeitet und mich selbst unterhalten, und zum finanziellen Ausgleich bin ich ins Wohnzimmer gezogen und hab 2 Zimmer untervermietet. War eine lustige Zeit, wenn auch manchmal erschöpfend. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Gebüsch, wie der Volksmund sagt :-) Wünsch Dir alles Gute, Gaby
Re: Physiotherapeut?
Verfasst: 6. März 2015, 10:19
von Cestca
Liebe AnnSophie
AnnSophie hat geschrieben:und hatte eigentlich etwas gehofft, dass es danach aus meinem Kopf raus und abgehakt ist,... aber im akuten Nachklang kann ich es mir deutlich mehr vorstellen, als vorher....
So ging es mir im Dezember, als ich mich zum ersten Mal mit meinem künftigen Chef traf, eigentlich nur nach dem Prinzip "Anhören kann ich es mir mal, aber es kommt momentan ohnehin nicht in Frage, und nach dem Abend wird das dann ja auch klar sein". Als ich dort rausging, war es dann "Oh scheisse, ich kann es mir vorstellen, so ein Mist."
Solche Entscheidungen brauchen bei mir dann einfach Zeit. Und ich weiss genau, dass ich durch das ganze Auf und Ab von "ja, sicher, toll" und später wieder "nein, aber sicher nicht, das ist der falsche Weg" hindurch muss. Eine Abkürzung gibt es nicht.
Man hört und liest immer wieder von Leuten, die sich von einem akademischen Beruf, in dem sie erfolgreich waren, ab- und einer "handfesteren" Tätigkeit zugewandt haben, teilweise unter Inkaufnahme erheblicher Einnahmenseinbussen, und die nachher deutlich glücklicher sind als vorher. Allerdings werden die anderen, die finanziell scheitern oder einfach einsehen, dass es doch nicht der richtige Weg war für sie, sicher weniger porträtiert.
Eine Frage wäre wohl auch, ob du über die Jahre der Ausbildung und des Einstiegs in den neuen Beruf hinweg einen Fuss in der Wirtschaftsinformatik drin behalten kannst, oder ob du dort nach einiger Zeit völlig im Abseits stehst, so dass dir der Weg zurück versperrt wäre.
Guten Mut wünscht dir
Cestca
Re: Physiotherapeut?
Verfasst: 6. März 2015, 10:24
von Cestca
Noch etwas:
Manchmal stelle ich mir vor, wie ich mit 85 oder 90 auf mein Leben zurückblicke, und überlege mir, was ich dann, mit viel Distanz, zu einer (nicht getroffenen) Entscheidung sagen würde.
Ist es "Warum bloss habe ich damals den Mut nicht gehabt dazu? Man lebt doch nur einmal!"
Oder: Gut, habe ich das damals nicht gemacht, dieser Weg hätte mich ja total in die Irre geführt."
Meist ist das das erstere

Re: Physiotherapeut?
Verfasst: 8. März 2015, 22:25
von AnnSophie
Liebe Nirbheeti, Gabriela und Cestca,
danke für die guten Wünsche und Anregungen, les sie gerade erst jetzt nachdem ich aus Straßburg wieder da bin, da ich am Wochenende Offline war.
Der Kurs bei Brigitta war schön, interessant und mit der Mischung aus deutsch mit französischer Übersetzung - wohltuend und für mich viel einfacher, als der auf ganz französisch. Brigitta arbeitet m.E. viel mit dem Subtext von Geschichten, die sie erzählt.
Es ist manches klarer geworden, will aber alles noch etwas abhängen.
Von einem Freund nehme ich die Idee des "Edelhobbys" mit, das geht in Deine Richtung Gabriela. Von der heutigen Strömrunde, dass eine von unserer "Tischgruppe" sagte, dass ich "mains souples" (weiche/angenehme Hände) habe.
Ja, Cestca ein bißchen, dacht ich auch an Deine Geschichte.... Deine Imaginations-Idee nehm ich gerne auf.
Bin gespannt, was das Leben mit mir vorhat.
Herzliche Grüße und gute Nacht,
AnnSophie.
Re: Physiotherapeut?
Verfasst: 18. März 2015, 17:44
von AnnSophie
Hallo Ihr Lieben,
nun die Würfel sind gefallen - gegen einen kompletten Neuanfang. Irgendwie fühlt sich das zu mühsam an...
Hab den Bewerbungsmotor nun angeworfen, um zurück in den Beruf zu kommen und die Vision ist da eher mit nicht mehr so 150% Engagement zu zeigen und eben in aller Ruhe die JSJ-Praktikerin zu machen.... und darüber das ganze langsam aufzubauen.
Achja, mit meiner Schwester hab ich ausgemacht, dass ich sie und meine Nichte (die mit Epilepsie) in den nächsten Wochen/Monaten wöchentlich ströme (ich bekomme sogar Fahrgeld), das ist doch auch schon ein schöner Schritt und ich freu mich auf die Erfahrung.
Am Freitag hat mir eine Freundin eine Stellenausschreibung geschickt, die ganz gut passen würde. Vielleicht ist das so eine Geschichte, wo einfach viel gut zusammenkommt, wie von Nirbheeti und Gabriela. Die Hoffnung macht Leben, wie der Franzos sagt.
Schau mer mal wie's weiter geht, das schöne ist, mit dem Frühling kommt auch die Energie zum wieder nach außen gehen, das ist wohltuend nach dem schwierigen Winter.
Es wird für was gut sein, wozu ich jetzt allein in einem Haus sitze, das eigentlich für uns zu zweit und eventuell eine Familie gedacht war. Irgendwas Gutes wird kommen.
Herzliche Grüße,
AnnSophie.
Re: Physiotherapeut?
Verfasst: 18. März 2015, 19:21
von ate2011
AnnSophie hat geschrieben:Es wird für was gut sein, wozu ich jetzt allein in einem Haus sitze, das eigentlich für uns zu zweit und eventuell eine Familie gedacht war. Irgendwas Gutes wird kommen.
.... vielleicht für spätere Praxisräume für JSJ und zwischenzeitlich eine passende
Untervermietung
Das wichtigste ist ja, das du dich mit deiner Entscheidung jetzt wohl fühlst
und es nicht mehr belastet. Vertrau darauf, dass "dich" das passende findet.
Alles Liebe ate

Re: Physiotherapeut?
Verfasst: 20. März 2015, 20:21
von AnnSophie
Liebe Ate,
ate2011 hat geschrieben:
.... vielleicht für spätere Praxisräume für JSJ und zwischenzeitlich eine passende
Untervermietung
Dacht ich auch schon.... erstmal voll "fertig" renovieren/das wichtigste machen, so dass ich ganz aus dem Provisorium raus, die Räume die ich vermieten mag freigeben kann und dann eine WG machen... und das andere in aller Ruhe wachsen lassen.
ate2011 hat geschrieben:
Das wichtigste ist ja, das du dich mit deiner Entscheidung jetzt wohl fühlst
und es nicht mehr belastet.
Das mit der Beziehung, dass es jetzt erstmal auseinander läuft,... tut genug weh, auch wenn ich rational verstehe, das es neue Möglichkeiten eröffnet und vielleicht das Beste ist. Und ich wirklich was besseres, weil passenderes, verdient habe, wie mir einige Freunde in den letzten Tagen/Wochen gesagt haben.
ate2011 hat geschrieben:
Vertrau darauf, dass "dich" das passende findet.
Darauf hoff und bau ich, auch wenn ich es noch nicht sehen und spüren kann.
Danke liebe Ate, für Deine wohltuenden Worte!
AnnSophie.