Hallo Trudel,
auf der Suche nach einem anderen Thread bin ich gerade über deine sehr interessante Frage und damit voll ins Rabbithole gestolpert und leuchte es nun gerne und willig aus.
Viel mehr als einen bestimmten Strom zu strömen würde ich mit ihm, dem sich nicht geliebt fühlenden, fühlen, mit ihm einen gemeinsamen Raum öffnen und ihm atmen und sein.
Was verstehe ich darunter?
Die ihm zugewandte Geduld Stärke in mir entwickeln, um mein mitfühlendes, atmendes Herz so auszudehnen, es immer weiter auszudehnen bis ich den Rand sein Herzens spüren kann. An dieser Grenze der beiden Herzen, wo sie sich berühren, auf Augenhöhe, aber auf keinen, auf gar KEINEN Fall weiter, in den heiligen Herzraum des anderen eindringend berühren wir uns.
So beatmen wir, jeder für sich eigenständig und auf einer anderen Ebene doch vereint zusammen einen Raum und dehnen ihn gemeinsam atmend weiter aus.
An dem Ort Rumis, dieser Grenze der gemeinsamen Berührung begegnen wir uns auf Augenhöhe, weder dominieren wir einander, noch wollen wir den anderen besiegen oder noch ändern. Wir vertrauen darauf, dass das was sich jetzt darstellt, in allem seine Richtigkeit hat, da es unserem gemeinsamen aktuellen Erkenntnisniveau entspricht
Ihr hier, die ihr mich schon lange kennt, merkt sicher, dass in mir eine neue, von mir nicht gekannte Qualität des Vertrauens in Weisheit Lebens selbst, so wie es ist. Kam über die Begegnung mit freien Schulen mit vorbereiteten Umgebungen und dem lernen von Innen, In einem gemeinsamen Video hat Rebeca Wilds Mann mich am 1.9. so in meinem Erkennen, meiner Lebenssicht selbst getroffen. Der Eizeller nimmt sich das, was er aus seiner Umgebung gebrauchen kann, wir müssen in den anderen nichts reinschütten / machen / geben sondern einfach mit ihm sein und dabei entwickelt sich alles andere wie von selbst. Das war eine durchlebte Singularität und ich hab zum ersten mal: Mein eigenes "Alternativlos" gespürt.
Frei ergänzt und abgewandelt würde ich im Moment sagen:
Draußen, jenseits on richtig und falsch liegt ein Ort.
In diesem Raum jenseits vom diesseits und jenseits von jenseits
Dort treffen wir uns und
da lass dich ruhig nieder.
Und das dann so gemeinsam errichtete Feld mit ihm halten und beatmen diesen Atem auszudehnen und zu strecken, damit sein banges Herz beginnt zu fühlen beginnt, dass nun mehr da ist und sich langsam ausdehnen kann und so wie von allein die Wandlung & Heilung geschieht.
Auch für mich nochmal der Hinweis, man kann Wandel oder Heilung nicht machen, man kann wie in nur die hier beschrieben sicheren Orte und Räume schaffen in denen Wandlung geschehen darf und dann auch geschieht.
Erinnert mich an das Gedicht:
Let This Darkness Be a Bell Tower
Quiet friend who has come so far,
feel how your breathing makes more space around you.
Let this darkness be a bell tower
and you the bell. As you ring,
what batters you becomes your strength.
Move back and forth into the change.
What is it like, such intensity of pain?
If the drink is bitter, turn yourself to wine.
In this uncontainable night,
be the mystery at the crossroads of your senses,
the meaning discovered there.
And if the world has ceased to hear you,
say to the silent earth: I flow.
To the rushing water, speak: I am.
Rainer Maria Rilke, Translated and read by Joanna Macy, Sonnets to Orpheus II, 29
https://onbeing.org/poetry/let-this-dar ... ell-tower/
Anfangs hat es mich gewundert, warum das englische mir so viel zugänglicher war, als das deutsche Original, bis ich gestern erkannt habe, so wie die deutsche Sprache kontextorierntiertes Denken fördert, fördert die Englische Sprache ich- und gegenwarts-zentriertes Denken (love it, change it, leave it) und daraus resolutierend als modernes Esperanto auch die aktuelle Wirtschafts- und Gesellschaftsform.
Zurück zu Rilke und Macey ... im JSJ üben wir systematisch einander 'Belltower' zu sein, dass so Wandlung, Heilung und Frieden in uns reifen kann, wandlung geschieht und wir zum Segen für uns und andere werden. Das ist es, was diese Praxis für mich so wertvoll macht.
Herzlich
Anka