Liebe Cestca,
auch ich habe das noch nie gehört. Deine Beschreibung lässt mich fragen, wieviele meiner Grundschüler sich wohl mit dem Problem herumgeschlagen haben. Aber wir hatten eine Kollegin, die mal erzählte, dass sie Kleider nur in Begleitung anderer einkaufte, weil sie Rot und Grün stets als Braun sah. Sie brauchte Farbberatung.
Dass Kinder (und Erwachsene sicherlich auch) d und b nicht unterscheiden können oder Buchstabenvertauschungen nicht wahrnehmen, weil sie es gerade wirklich so sehen, das habe ich erfahren. Das hieß dann Legasthenie. Abhilfe konnte ich erst schaffen, als ich erfuhr, dass dann die Sehnervenkreuzung im Gehirn in ihrer Wahrnehmung gestört ist. Durch BrainGym lernte ich dann Überkreuzbewegungen kennen, die die Störung kinesiologisch beseitigten.
Beispiel: Ein Kind schrieb "dei Bulmen". Ich machte ohne irgendeine Erklärung die entsprechende Übung mit ihm und schickte es an seinen Platz zurück. Da tönte es laut durch die Klasse: "Hä, was hab ich denn da geschrieben? Dei Bulmen? Das muss doch 'die Blumen' heißen!" Wörtlich so. Zeitaufwand ca. 5 Minuten!
Im Internet finde ich diese Erklärung für Synästhesie:
Bei der Synästhesie wird ein primär nicht beteiligtes Gehirnareal zusätzlich erregt. Diese Wahrnehmungen beruhen auf neuronalen Verbindungen zwischen zwei oder mehreren Arealen des Gehirns, die Sinnesreize (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen) verarbeiten.
Nach meinen Erfahrungen in der Schule finde ich faszinierend, dass deine Wahrnehmung durchgehend so ist. Was mag das an Möglichkeiten bieten? Sprachlich reden wir ja auch von schreienden Farben. Die Dichter der Romantik haben gern damit gespielt.
Cestca hat geschrieben: 1. März 2023, 15:33
Ich bin überzeugt, dass Jiro Murai Synästehtiker war. Für ihn war die erste Tiefe gelb, die zweite weiss, die dritte grün etc. Und weil er damals nicht wissen konnte, was Synästhesie ist, und dass dies bei jedem anders ist, hielt er es (wie ich früher) für eine objektive Wahrheit, die er erkannt hatte. Dasselbe dürfte für die Zuorndungen zu Tonarten etc. gelten.
Da irrst du dich ganz bestimmt. Jiro Murai hat das schlicht und einfach in seiner Ausbildung zum Akupunkteur gelernt. Die brauchte er, um praktizieren zu dürfen. Und die wird seit Jahrtausenden mit Erfolg angewendet. Anfangs hat er überhaupt nur mit Hauptzentralstrom, Betreuer und Vermittler gearbeitet und sonst individualisierte Grifffolgen auf den Menschen abgestimmt. Die wurden zusammen mit dem Namen der Krankheit oder der Symptomatik auf einen Zettel geschrieben und aufgehoben, bis der Patient wiederkam. Hatte es geholfen, wurde der Zettel aufgehoben, wenn nicht, wurde er weggeworfen. Daraus stammen, soweit ich weiß, unsere körperlich besonders effektiven Spezialströme.
Als er dann merkte, dass er seinen Schülern nicht vermitteln konnte, wie sie am Körper des Hilfesuchenden individuell ablesen könnten, welche Stellen sich zur Behandlung eigneten, hat er Querverbindungen zur TCM überprüft und schließlich unsere Organfunktionsenergien zusammengestellt. Aber er hat auch dazu gestanden, dass er in seinen Selbstversuchen die Meridianverläufe anders wahrgenommen hat, als es die Überlieferung beschrieb. Sadaki Kato erzählte, dass Jiro Murai bis zu seinem Lebensende nicht genau wusste, was er da eigentlich entdeckt hatte. Schließlich habe er gemeint, es sei vielleicht ein neues Teilgebiet der Akupunktur.
Jin Shin Jyutsu erforscht den Weg, wie aus nicht mit den 5 Sinnen wahrnehmbarer Energie (nicht nur) ein menschlicher Körper entsteht und von ihr immer weiter genährt wird. Kann es für den Teil dieses Weges, in dem es noch gar keine Objekte gibt, eigentlich überhaupt eine objektive Wahrheit geben? Ich habe bei Natalie Max mal davon erzählt, wie ich jemanden geströmt hatte, der unterschenkelamputiert war. Als ich im nicht vorhandenen Unterschenkel das Pulsieren der Energie spürte, kam ein erleichtertes Seufzen von ihm und der Satz: "Sie wissen ja gar nicht, wie blöd es ist, wenn es juckt und es nichts da, woran man kratzen kann." Natalies Antwort verblüfft mich bis heute: Der Betreuer ist universelle Energie. Der weiß gar nichts davon, dass das Bein fehlt. - Verstanden habe ich das eigentlich bis heute nicht, kann es mir nicht mal vorstellen. Aber eine innere Stimme sagt beharrlich: Es stimmt.
Uff, Cestca, da hast du aber was angestoßen in mir!
Lieben Gruß!
Nirbheeti