Urängste

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Waldeule
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Urängste

Beitrag von Waldeule »

Ich konnte mich nicht entschließen, das Thema unter JSJ - Psychische Aspekte zu stellen. Das erschien mir irgendwie gleich wieder eingrenzend.

Ich unterteile mal in einzelne Etappen, so wie es gerade fließen möchte.

Eine kleine Einleitung zur altbekannten Frage "wer bin ich":
Von unseren vier Pferden sind zwei meine, das andere gehört meinem Mann und Pony Billy verbringt seine Rentnerzeit bei uns.
Mein älteres Pferd ist ein Andalusier-Rappe. Er muss wohl schon mit dem Stempel "Boss" auf die Welt gekommen sein. Eine Halsbewegung von ihm und alle anderen treten vorsichtshalber zur Seite! Er ist aber auch oft ein sturer Wasserbüffel, der auf biegen und brechen seinen Kopf durchzusetzen versucht und die kleinste Unsicherheit seitens "seiner" Menschen nutzt, um das Heft in die Hand zu nehmen. Ich war mit ihm oft am Rande der Verzweiflung. Er hat mir gezeigt, was wirklich souveräne Dominanz bedeutet, aber auch, wie lästig Sturheit sein kann. Wenn ich manchmal lauthals rummaule, weil er sich wieder quer in den Eingang stellt, wenn ich mit vollem Schubkarren anfahre, nur um zu prüfen, ob er mir auch heute ausweichen muss, höre ich meinen Mann sagen: "Der ist wie du!"
Er ist seit fast 10 Jahren Invalide, hat fast die gleiche Verletzung am rechten Sprunggelenk wie ich und wird nur noch im Schritt geritten.

Mein zweites Pferd ist ein Vollblutaraber. Ein Schimmel. Nicht nur optisch sind die beiden konträr! Jeder, der ihn sieht, schwelgt sofort in Begriffen wie Elfe, Einhorn, Künstler usw. Er war drei Jahre lang Zuchthengst, dabei sind ihm die zickige Stuten ein Greul! Anfangs war er wie aus einer anderen Welt, hat sich an jeder Ecke eine Beule geholt, konnte mit "normalem" Pferdeverhalten nichts anfangen, musste sich völlig von Null mit Erde, Umwelt und Herdenverhalten auseinandersetzen. Mehr als einmal lag ich anfangs im Dreck, weil er wegen irgendeiner Kleinigkeit buchstäblich den Boden unter den Füßen verlor und sich buckelnd in Pirouetten drehte. Jetzt, nach 7 (!) Jahren hat er zu sich gefunden. Sein Blick ist schelmisch aber ruhiger, seine "ätherische" Wahrnehmung, mit der er alles aufsaugt (manchmal auch das, was ich selbst noch nicht wahrnehmen kann), äußert sich nicht mehr in Panik, sondern in temperamentvoller, aber sehr spielerischer Weise - und das lasse ich ihm auch! Springt er manchmal im Galopp ausgelassen von einer Wegseite zur anderen hin und her um "unsichtbaren" Hindernissen auszuweichen und sich dabei diebisch an seiner eigenen Show freut, dann höre ich meinen Mann oft lachend (wenn er uns wieder eingeholt hat :twisted: ): "Der ist wie du!"

Ihr erkennt mein Problem! WER ZUM KUCKUCK BIN ICH - Rappe oder Schimmel? :shock:
Rappe und Schimmel waren lange wie Katz und Hund. Der Schwarze hat mich manchmal angeschaut, als wolle er sagen, "was willst du denn mit dem Weichei?" und hat keine Gelegenheit ausgelassen, dem Rivalen zu zeigen, was er von ihm hält. Der Spanier hat 3 schwarze Hufe und einen weißen. Der Araber 3 weiße und einen schwarzen! Man müsste sie zusammenkneten können, dann hätte man das yin-yang Symbol!
Seit längerem beobachte ich, dass sie oft zusammenstehen, sich gegenseitig die Mähne knabbern und viel besser miteinander kommunizieren.

Könnte ich meinen "schwarzen" und meinen "weißen" Anteil auch durch "Fellpflege" zusammenbringen, müsste ich mich sicher nicht mit Urängsten herum schlagen, seufz. Das "Zusammenkneten" ist nicht so einfach! Das Irdische mit dem Himmlischen vereinen ist als theoretisches Konzept nicht das Problem - aber kommt es als praktische Lektion daher, dann fühlt es sich gleich ganz anders an.
Mit meinem schwarz-weißen Traum muss ich dann später fortfahren, jetzt ruft die Arbeit.

Bis dann, seid lieb gegrüßt
Waldeule [pferd]
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Waldeule
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Re: Urängste

Beitrag von Waldeule »

Es ging in einigen Threads schon darum, dass man, steckt man in Prozessen fest, sie zeitlich und bezogen auf die Tiefen rückwärts zuordnen kann, bis man bei der 1. Tiefe landet. Das habe ich in einer Angelegenheit gemacht und bin von der 1. Tiefe aus nahtlos auch bei der ersten Urangst gelandet: Der Angst zu sein. Ich konnte dazu einiges selbst in Meditationen klären und mein Er-LEBEN des Da-SEINS hat eine andere Qualität bekommen. Transparenz vor allem bezüglich der Ursachen z. B. in der frühesten Kindheit hilft, das Potenzial, das die Angst wie eine Wand verdeckt, zu enthüllen.

Da ich die Nabelschnur dreimal um den Hals gewickelt hatte, ging es bei meiner Geburt laut meiner Mutter um Sekunden, sonst wäre ich gar nicht erst hier gelandet. Ich habe keine Ahnung, wie ein Säugling so eine Geburt erlebt, aber dass es physische, messbare Reaktionen gibt, steht außer Frage. Hiersein ist also erst einmal etwas sehr riskantes und zutiefst verunsichernd - so dürfte es wohl abgespeichert worden sein.

In einem sehr umfangreichen Buch von Shunyata Mahat geht es u. a. um drei basale Ängste. Da ich froh war, durch die Erfahrungen mit der ersten vorerst gut durchgelangt zu sein (habe kinesiologisch getestet, dass die anderen beiden noch ausstehen, mich aber vorerst nicht mehr darum gekümmert), habe ich mich erst mal wieder anderen "Projekten" zugewandt. Bei einem Routineultrashall der Schilddrüse stellte der Arzt völlig überraschend fest, dass die Halsschlagader ziemlich zu ist und wollte sofort mit Cholesterinsenker und Blutverdünner behandeln. Ich war erschrocken, weil das sehr unerwartet kam und keiner der Risikofaktoren bei mir als Ursache in Frage kommt. Ich habe die Behandlung erst mal abgelehnt (meine Cholesterinwerte sind völlig in Ordnung, Gewicht und Ernährung stimmen und auch sonst tue ich meinem Körper nichts an, was die Ablagerungen erklären könnte) und bin zur HP gepilgert. Die sagte mir nach ihrer Analyse auf den Kopf zu, ich hätte ein Angstthema. "Nö", habe ich geantwortet. Sie hat mir trotzdem ein Mittel (ähnlich der Bachblüten) ausgetestet und ich dachte "okay, nimmst's halt".
Und danach ging dann die Post ab!

Sorry, dass ich das euch so als einzelne Häppchen schreibe, aber noch verkürzter ist es völlig unverständlich und ich denke, dass es anderen vielleicht schon ähnlich gegangen ist, aber hier und da die Bezüge fehlen, um zu erkennen, was mit einem da so vorgeht, wenn es an diese Ängste und die tief verschütteten Inhalte geht. Mal sehen, ob ich morgen früh wieder etwas Zeit finde. Bin müde :sleeping:

Gute Nacht
Waldeule
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Waldeule
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Re: Urängste

Beitrag von Waldeule »

Eben, beim meditieren, habe ich gerade den Hinweis bekommen, dass ich mit Boshaftigkeit konfrontiert werde. Das wäre eine völlig normale Reaktion, wenn man evt durch andere auf Wahrheiten aufmerksam gemacht wird, die man selbst (noch) nicht sehen möchte - eben aus Angst.
Ich überprüfe mich immer auch selbst, aber da gab es jetzt keine Resonanz. Deswegen ist es auch nicht tragisch, falls es von außen käme. Diese Boshaftigkeit war auch ein Element des Traums, der den Angsterlebnissen (wahrscheinlich mit auch durch die Essenzen der HP hoch gespült) voraus ging :

Ich bin in einer angeregten "wissenschaftlichen" Diskussion mit unserem Nachbarn, einem Professor. Dann schaue ich auf die Uhr: 14.25 - und um 14.30 soll die kirchliche Trauung sein. MEINE Trauung! :shock: Widerwillig unterbrechen ich die Unterhaltung, ziehe mir schnell ein weißes Brautkleid über, mal kurz Haare gebürstet - meine Stimmung ist keineswegs dem Anlass angemessen. Dann kamen die Schuhe. Wie aus Spitze gewebt, fast durchsichtig-weiß und so gar nicht mein Stil! Ich lasse die kostbaren Teile links liegen und krame alte, bequeme, schwarze (!) Ballerinas hervor. Dann kommt die Schar der Verwandten angestürzt: Man habe es ja gewusst, dass ich das nicht hin kriege. Diese Hochzeit sei zum Scheitern verurteilt. Ob ich mir das gut überlegt hätte - von mütterliche besorgt bis bissiger Spott war alles dabei. Der "Bräutigam", den ich nur ganz kurz ahnte oder sah, war aber ein echtes Argument, an der Entscheidung festzuhalten :D

Damit wurde ich wach. 'Finde den Fehler' war nicht schwer: die schwarzen Ballerinas zum Brautkleid, das geht GAR NICHT! Nachdem meine intellektuellen Ergüsse wegen der lästigen Hochzeit ausgebremst wurden, wollte ich wenigstens ein wenig Altvertrautes, "Bequemes" behalten (fällt auch unter "Deal mit Gott") und bekannte Pfade nicht so ganz verlassen. Die bucklige Verwandtschaft steht für alle Stimmen meines Egos, das so gar kein Interesse daran hat, mich (???Wer IST das???) aus seiner Obhut zu entlassen. Das war auch eindeutig. Aber der Bräutigam war echt schnuckelig ;)

Neben den individuellen Anteilen, steckten in dem Traum auch viele archetypische Inhalte. Die "Hochzeit" wird immer gefeiert, wenn man eine Ebene am wechseln ist und Altes dazu loslassen muss. "Mystisch" wird sie, wenn es um die Integration der Seele geht. Seit längerem fühle ich mich völlig bescheuert, wenn ich mein ICH BIN anrufe, um es dann mit "Du" anzureden - das haut mich jedes mal raus! Es geht um Identität in der Praxis und nicht in der Theorie. Das eigentliche Problem kam danach in Form von mehreren Nächten mit Todesangst. Dermaßen aus heiterem Himmel und richtig heftig. Mir schossen dabei Lavaströme die Wirbelsäule hoch, dass ich dachte, jetzt pustet es mir die Lampe aus. Das hatte ich vor etwa 30 Jahren schon mal, aber etwas war neu diesmal. Ein Teil von mir (wer IST das?) behielt seine Beobachterposition bei, ließ mich ruhig atmen, Zeigefinger halten und flüsterte "nicht wehren!". Der andere "sterbende Teil", dachte, "was macht dein Mann, wenn er dich morgen früh tot im Bett findet" oder "Ich habe noch keine Patientenverfügung! Was, wenn ich ins Koma falle?" oder "Ich hätte noch ein paar alte Dinge selbst entsorgen müssen." Ich habe jeden Blutstropfen in den Adern rauschen gehört und voller Angst darauf gewartet, dass plötzlich alles still ist.

Ich bin mit der zweiten Urangst, der Angst vor dem NICHT SEIN, längst nicht durch, aber etwas hat sich geändert: ich habe ganz plötzlich aufgehört mein ICH BIN mit "DU" anzureden! Außerdem ist mir durch einzelne Sätze die hier und da im Forum auftauchten, noch etwas klar geworden: die "Wahrheit absorbiert" zwar letztlich jeden, aber es geschieht auf einer lange Zeit nicht bewussten Ebene und es gibt so etwas wie einen Atemrhythmus dabei. Das Göttliche atmet das Individuum wieder ein und wartet an Wendepunkte geduldig darauf, dass man sich mit einem "Ja" aus freiem Willen (!!!) IN ES HINEIN ausatmet ( = stirb und werde). Erst dann ist Hingabe als DEIN WILLE GESCHEHE auch möglich als Er-LEBEN. Opferrollen und die Verehrung des Göttlichen in anderen, die stellvertretend für die eigene göttliche Seele geliebt werden, führen meines Erachtens nicht zu wahrer Hingabe.

Das nächste Traumbild mit dem Baum hatte ich ja schon unter "Beinstrom" und der dritte Traum, in dem mein Ego als Mafiosi auf den Putz gehauen hat, kommt dann noch.

Bis denne
Liebe Grüße : 26
Waldeule
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AnnSophie
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Re: Urängste

Beitrag von AnnSophie »

Was für ein toller, sprechender Traum.
Finde den Fehler.... ich hätte einen ganz anderen gesehen: ich fand weniger die alten schwarzen dir ureigenen Ballerinas 'falsch'/'unpassend', als bis 5 Min vor der eigenen Hochzeit sich noch in einer 'wissenschaftlichen' Diskussion mit dem Nachbar zu befinden. Da ist keine Zeit, kein Platz und kein Raum dich innerlich auf die Hoch-Zeit einzustimmen. Vielleicht auch keine Lust? Widerwillig unterbrichst Du die Unterhaltung.

Da ist für mich viel, zu viel in den Tag reingepackt. .... (Kannst auch mal schauen, wieviel Worte du oft brauchst...)

Das schwarz und das weiss gehört ja wohl zu Dir (oben deine 2 Pferde), und dein Mann der Dich wirklich gut kennt sagt bei beidem, das bist du. Warum dann nicht bei dieser Hoch-Zeit die alten bequemen Schuhe anziehen, wenn Sie dir Sicherheit geben?

Es läuft für mich auf die Frage raus, was in dir ist größer die Sehnsucht nach Hingabe, nach dem Loslassen nach dem Hineinwachsen in die, Du auch schon immer warst, bist und sein wirst ... oder die Freude an der intelektuellen, wissenschaftlichen Fülle? Ersteres ist mit der potentiellen Aufgabe aller intelektuellen Sicherheiten und Gewissheiten verbunden.
Mit meinem heutigen Wissen und denken würde ich sagen: Die Angst vor dem Nichtsein ist die Angst des Egos vor dem Aufgehen im Selbst, das sowohl das ICH, wie auch das DU/das Fremde/Andere in mir umfasst.
Das symbolisiert ja auch das schwarz und weiss. Wenn du eins davon hergeben würdest, würdest Du einen wichtigen Anteil verlieren und es wundert mich nicht, dass der Körper dagegen Sturm läuft.

Zum "wer bin ich?" guck mal da viewtopic.php?f=42&t=4632 vielleicht dient es Dir.

Hochzeit ist ja 8, Vor oder nach der Hochzeit steht die Frage an: Was kannst Du loslassen, weil es Dir in der neuen Ehe nicht mehr dient? Und was möchtest Du mit nehmen in den Neuen Abschnitt. (9)

Herzlich, : 26
AnnSophie.

Leben ist. Weisheit und Liebe verbinden, was Angst und Dummheit trennt.

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Waldeule
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Re: Urängste

Beitrag von Waldeule »

Hallo AnnSophie,

selbstverständlich hast du recht, was die Kopflastigkeit anbelangt. Das war nur so klar die falsche Einstellung zur Hochzeit, dass ich es gar nicht mehr extra erwähnt habe - sonst wären es noch mehr Worte geworden ;)
AnnSophie hat geschrieben: 7. Juli 2017, 11:58 Da ist für mich viel, zu viel in den Tag reingepackt. .... (Kannst auch mal schauen, wieviel Worte du oft brauchst...)
Völlig richtig! Habe ich mir auch nicht wirklich ausgesucht so :kicher: , nur dargestellt, was gerade abläuft. Die Regie wird von anderer Stelle geführt - so fühlt es sich zumindest an.
AnnSophie hat geschrieben: 7. Juli 2017, 11:58 Warum dann nicht bei dieser Hoch-Zeit die alten bequemen Schuhe anziehen, wenn Sie dir Sicherheit geben?
Weil es bei dieser Lektion darum geht genau diese Sicherheit aufzugeben. Das weiß ich einfach, auch wenn es meistens anders ist - gerade jetzt aber nicht.

Ich habe u. a. hier im Forum ein paar "Geschenke" bekommen - und zwar immer dann, wenn es gar nicht um einen an mich adressierten Rat ging. Ganz beiläufig, völlig andere Zusammenhänge, auch mal beim Kaffee auf meinem Bänkchen. Ich vertraue gerade dem Prozess....
AnnSophie hat geschrieben: 7. Juli 2017, 11:58 Das symbolisiert ja auch das schwarz und weiss. Wenn du eins davon hergeben würdest, würdest Du einen wichtigen Anteil verlieren und es wundert mich nicht, dass der Körper dagegen Sturm läuft.
Die Schuhe waren deswegen der Fehler, weil sie unbedingt ausgetretene Pfade nutzen wollten. Wenn ich bergsteigen gehe, lasse ich ja auch keine Flossen an! "Stirb und werde" ist etwas Kompromissloses. Man muss sich manchmal entscheiden - und weil ich das noch nicht in aller Konsequenz zulassen konnte bisher, ist es für den Körper anstrengend.

Die Hingabe hat mit der dritten Urangst, der Angst Selbst-Identität zu sein zu tun. Soweit war ich noch gar nicht.

Vielleicht geht es jemand anderem ja ebenso und er/sie bekommt ganz nebenbei etwas für sich mit. Da ist das Thema Verbundenheit auf Augenhöhe, dass eine andere Qualität hat, als beratend unterstützen ( auch wenn ich das ebenso wertschätze!) Dann freut mich das und alles andere ist egal. Jeder darf denken und fühlen, was er will.

Über Worte bekomme ich selbst immer auch einen Überblick, atme durch und kann mich einlassen auf das, was eventuell noch kommt (auch wenn es dann ganz anders kommt :shock: ). Brauche ich insofern immer auch für mich selbst.
:danke: für deine Gedanken dazu

: 26 Waldeule
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sanara
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Re: Urängste

Beitrag von sanara »

Liebe Waldeule,

du hast ja sicherlich mitbekommen, dass meine Antennchen sich sehr bevorzugt auf
die "inneren Kinder" ausrichten ... so hin und wieder - lach.

Also Scherz beiseite. Ich höre da ein Stimmchen immer wieder rufen, zwischen Deinen Zeilen:

"Lasst mich so, wie ich bin!"
---bissle Wut ist auch dabei... :mittelfinger:

Wenn (noch) nicht stimmig für Dich kannst es übergehen... wird halt immer lauter und wortgewaltiger vermutlich.

Und aus meiner eigenen Erfahrung: Als ich aufgehört hatte, an mir selber, meinem Wesen, meinen Nächsten etc. "herumzudoktern" und viel mehr ins Gefühl des Akzeptierens der Dinge / Wesen gerutscht bin (ging automatisch - lässt sich nicht groß steuern) wie sie nunmal sind, gings mir besser und besser.

Wir brauchen hinten nicht forschen... Ur und Ur-Ur...Ur-Ur-Ur... etc. IST schon lange VORBEI, und nie mehr zu erreichen. PUNKT.
Wir sind JETZT.
Erkennst Du das an, dann BIST du. Und BLEIBST auch.

Und da wo DU BIST ist es SCHÖN.

(NIcht da wo du WARST, das hast DU überlebt und das hat dich für jetzt STARK gemacht und dich geprägt für alles was kommen wird)



Und ja, immer eine Frage der Entscheidung. Will ich leben? Das kann ich nur jetzt.
Die Vergangenheit hat sich für mich sinnbildlich immer wieder als der TOD herausgestellt...denn vorbei ist vorbei, ist leblos.

Hör in Dich rein, welcher Teil in Dir reagiert (oder auch nicht) auf mein "GEschreibsel"?

Ich drück Dich!

: 26
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Gabriela
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Re: Urängste

Beitrag von Gabriela »

Liebe Waldeule, warum schwarz ODER weiß? Was mich meine Katze gelehrt hat: Frau kann sowohl entschieden unabhängig als zärtlich-anschmiegsam und verbunden sein, meine Belinda hatte garkein Problem damit, beides ganz selbstverständlich zu leben. Das hat mich damals sehr erleichtert, daß ich selbständig und liebevoll sein kann, ohne eine der beiden Seiten zu gefährden.
...Und zwinker zwinker, wenn der Bräutigam so schnuckelig ist, dann freu Dich auf den neuen Abschnitt, für den Du so wenig anstrengende Vorbereitungen brauchst!. LG Gaby
"Es gibt keinen Weg zum Glück. Glücklichsein ist der Weg."
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Waldeule
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Re: Urängste

Beitrag von Waldeule »

Liebe Sanara,

wie schön, von dir mal wieder zu hören, freue mich :dance:

Das paradoxe an der Sache ist, dass dieser Erfahrungsbericht (so sehe ich das ) zwar die ur, ur, urs beeinhaltet, und damit alles, was an Arbeit und Anstrengung drin steckte, aber gleichzeitig fühle ich mich sicher und stark und sehr präsent (klar gibt es immer noch was zu tun). Seit dem Erlebnis mit dem Hund und dem Fuchs ist Wut z. B. nicht mehr das Thema. Ungeduld (vor allem mit mir selbst) schon eher noch.

Bei allem was du geschrieben hast, habe ich sofort ein Häkchen dran machen können, weil vieles in diesem Zyklus wiedererkannt wurde und im JETZT auf einer anderen Schwingungsebene (Oktave) oft ganz spontan heilt. Es geht immer ums JETZT bei allen Erfahrungen zur Zeit. Dass der Körper dabei seine Adaptionsprobleme hat, ist übrigens nichts Außergewöhnliches. Eine meiner Lehrerinnen, die ich sehr schätze, musste sich deswegen auch lange zurück ziehen.
sanara hat geschrieben: 9. Juli 2017, 08:57 "Lasst mich so, wie ich bin!"
Das ist ein Volltreffer! Seit Wochen schmettere ich einen alten Shirley Bassey Song vor mich hin: I am what I am :witz: darin kommt auch die Zeile vor: I don't need praise, I don't need pitty - und weil ich das so empfinde (da könnte man auch noch agression dazu nehmen) und obwohl ich weiß, was mir dann so alles entgegen fliegt, kann ich es auch so schreiben. Man muss es ja nicht lesen!

Das innere Kind hat viel mit den Urängsten zu tun: es durfte nicht die authentische Persönlichkeit werden, die es IST, weil seine Eltern, deren Eltern.....die Urururahnen es auch nicht sein durften. Alle haben ihre Heimat, ihren Halt durch die Gewissheit der Einheit und damit ihr Urvertrauen verloren, weil sie von Menschen, die sich ebnso getrennt vom Göttlichen empfinden, aufgezogen wurden (die Kirche macht daraus die Ursünde und die Vertreibung aus dem Paradies - auch nicht sehr hilfreich, um die Einheit im Jetzt wieder zu finden!)

Keine mentale Auseinandersetzung bringt einen "nach Hause", das ist richtig. Aber gerade das Wiedererkennen von zyklischen Abläufen (da steckt die systemiche Sicht mit drin!) hilft, Angst zu überwinden. Und DIE ist die Allroundwaffe des sog. Egos.

Ich konnte das weiße Pferd (JETZT) anfangs nicht reiten, weil ich es so reiten wollte, wie das schwarze (Vergangenheit!) Der "Alte" hat seinen festen Platz in meinem Herz, aber er ist nicht mehr reitbar! Deswegen weiß ich JETZT so sicher, dass die schwarzen Schuhe die falsche Wahl fürs Brautkleid sind. Das sind die Symbole meiner Seele - jeder hat da seine eigenen....

Abschließend der "Mafiosi" und der Traum zu dem Liedtitel oben....

Eine ganz fiese Type versucht mich einzuschüchtern (Anm. = Ego, das jetzt richtig angepisst ist!) Ich muss mich so und so verhalten, sonst..... Tod und Teufel! Ich entkommen der Angst/dem Raum und kehre mit einem riesen Teil von einem Polizeimotorrad zurück (Anm. = höhere Instanz, Seelenpräsenz) und der Kerl schrumpft zusammen. Gehe einen Weg und lasse mich nicht aufhalten, als er nochmal (eher schüchtern) entgegenkommt :witz:

Etwas verkürzt, aber Kommentar erübrigt sich.

ICH BIN DIE ICH BIN-Traum (gestern): musste in ein Industriegebiet umziehen. Habe Yogaschüler, die nur Sanskrittexte rezitieren wollen (was ich nicht kann und mag), versuche mich erst anzupassen.... Ich vermisse meinen wunderschönen wild-bunten Garten und ziehe mich (etwas zu zögerlich) zurück


Wieder habe ich das Gefühl, etwas weckt mich sofort und ich weiß, was ich will: MEINEN Garten!

: 26 Waldeule
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Re: Urängste

Beitrag von Waldeule »

:danke: liebe Gaby,
das meinte ich mit "meiner" Symbolik und dass jeder eine andere hat - bzw. mit den gleichen Bildern etwas anderes in sich findet. Schwarz - weiß ist eine so universelle, auch kulturübergreifende Symbolik, dass man (wo man ja in die Dualität hineingeboren wurde) immer fündig wird.

Darüberhinaus gibt es eine Art von Verbundenheit, die oft noch nebelhaft ist, bei der das Individuelle ins Gemeinsame wechselt - das klopft immer wieder an: Einheit hinter der Vielheit, könnte man es vielleicht nennen. Ich suche wohl auch nach einer noch authentischeren Kommunikation. Wie schwierig die "normale" Kommunikation sein kann, kommt ja gerade wieder hier und da zum Vorschein - das kann ich aber so annehmen (meistens ;) )

Liebe Grüße :kleinerfinger:
Waldeule
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Re: Urängste

Beitrag von Waldeule »

Also, liebe Sanara, habe mich noch in einiges eingespürt - das hast du mal wieder gut hingekriegt :baeh:

Zur Wut habe ich dir ja noch eine pn geschickt. Klar ist die da. Das Kind, das nicht sein darf wie es ist, reagiert bei jedem irgendwie. Manche werden überangepasst, andere rebellisch. Ersteres kann ich bei mir wohl definitiv ausschließen ;) Es erklärt mir sehr gut, warum es gerade jetzt um eine neue Art von Verständigung geht, die auf Vertrauen und Gleichheit baut und sich trotzdem an der eigenen Individualität und der, der anderen freuen kann. Konkurrenz und asymmetrische Kommunikation gibt es dann nicht mehr. Das setzt aber ein hohes Maß an Heilung der Gefühle und Klärung des Geistes voraus. Das Wort "herumzudoktern" hört sich sehr wertenden an.... und fast so ein wenig wie ein Alibi, sich manchem heißen Eisen besser nicht zu nähern. Das entspricht mir halt nicht.
sanara hat geschrieben: 9. Juli 2017, 08:57 Wir brauchen hinten nicht forschen... Ur und Ur-Ur...Ur-Ur-Ur... etc. IST schon lange VORBEI, und nie mehr zu erreichen. PUNKT.
"Wir"? - damit bin ich immer vorsichtig. Du empfindest es so, dann ist es für dich (ob noch oder auf Dauer) so richtig. Für mich ist es anders: ich forsche nicht nach dem Vergangenen - es kommt einfach oft ganz unvermittelt und hilft mir, Zusammenhänge zu erkennen, loszulassen, zu heilen....also ist es für mich so gut.
sanara hat geschrieben: 9. Juli 2017, 08:57 Die Vergangenheit hat sich für mich sinnbildlich immer wieder als der TOD herausgestellt...denn vorbei ist vorbei, ist leblos.
Da ich physisch existiere und davon ausgehe, dass damit irgendwann Schluss ist, ist der Tod immer mein Begleiter und auch ein Ereignis der ZUKUNFT. Damit kann ich gut leben. Es zu ignorieren, wäre für mich nur ein weiterer Aspekt von Angst vor dem Nicht-Sein. Außerdem sehe ich Tod UND Leben als zwei Seiten einer Münze. Es ist eine Frage der Perspektive, welche Seite ich sehe: die begrenzte Persönlichkeit (Ego) sieht den Tod und erzeugt Angst, das Seelenbewusstsein IST Leben und kennt keine Angst vor dem Tod. Das JETZT ist der plötzlich erfahrene "leere Raum", in der die Perspektive wechseln kann. Dort komme ich meiner (!) Überzeugung nach nie an, wenn ich den Tod in die Vergangenheit verbanne. Auch nicht durch denken oder irgendeine Anstrengung (was dann wieder eher meine Hindernisse sind).
Auch bei sehr intuitiven Menschen mischt sich oft noch das Eigene (unerkannte) mit ein. In den Fettnapf springe ich auch immer noch mit ner Arschbombe rein.

Weil gerade so eine Ahnung von müheloser Verständigung durch Verbundenheit aufkeimt, die sehr liebevoll und inspirierend sein kann und auch eindeutig und klar ist, ist mir alles, was das noch nicht ist manchmal so bruchstückhaft. Es ist nie gegenwärtig (du bist nicht mehr die Gleiche wie zu dem Zeitpunkt als du deinen Beitrag geschrieben hast - ich habe es also immer mit der Vergangenheit zu tun, wenn ich antworte), man rutscht leicht in Emotionen und Konstrukte oder rechtfertigt.... Die Tiere sind mir da die besten Lehrmeister - da hilft keine Wortakrobatik! Die checken alles und erkennen sofort, wo man nicht authentisch ist! Da hole ich mir täglich pfundweise Freude und Staunen ab :kicher:

Gute Nacht und herzliche Wünsche :kleinerfinger:
Waldeule
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sanara
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Re: Urängste

Beitrag von sanara »

Liebe Waldeule,

da sich bei mir beruflich langsam Licht am Ende des Tunnels zeigt, war ich gestern zeitlich gar nicht in der Lage, mich hier nochmal einzubringen, sorry.
Mir fällt auf, dass ich jetzt das Gefühl habe, mein Beitrag wurde etwas aus dem Zusammengehang gerissen.

Mach doch bitte aus dem dir anscheinend sauer aufstossenden "wir" einfach nur "Menschen", da hab ich wohl nicht gut aufgepasst beim mich ausdrücken ;-)...

Zum Thema Vermischen...
Bevor ich meinen Beitrag losschickte, hab ich geprüft, was ich da wahrnehme und ob da etwas "meins" ist (so viel Verantwortungsbewusstsein habe ich), ja das ist die ERFAHRUNG die ich hatte mit dieser kindlichen Wut, die allerdings heute gewandelt ist... daher ist mein Blick darauf neutral.
Das Vermischen möchte ich mir nicht unterstellen lassen.

Ich finde es interessant, was immer wieder so rauskommt, wenn sich "alte" Wut zeigt.
Ich für meinen Teil hab weniger das Gefühl in ein Fettnäpfchen getreten zu sein, als in ein Wespennest gestochen zu haben... :roll: hmmm.

Ich wünsch Dir jedenfalls alles Liebe weiterhin,
pass gut auf dich auf

sanara
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Re: Urängste

Beitrag von Waldeule »

Liebe Sanara,
...und wieder mal Missverständnisse, weil man sich nicht unmittelbar austauschen kann. :shock:
Das Eigene, besonders das, was man noch nicht erkannt hat bezog sich nicht (!!!) auf die kindliche Wut! Mir ging es um das eigentliche Thema des Threads: Urängste, die das Thema Tod zwangsläufig mit einbeziehen. Tod und Vergangenheit war das, was ich gefühlsmäßig als "Vermischung" mit Eigenem wahrgenommen habe (steht auch exakt so in diesem Zusammenhang in meinem Beitrag).

Ob "wir" oder "Menschen" spielt keine Rolle: für viele ist der Blick zurück sehr wichtig für das JETZT!

Deswegen muss ich fast mit deinen eigenen Worten etwas genau umkehren: Wut war weder mein Thema, noch der Antrieb für diese Überlegungen. Und das Gefühl mit dem Wespennest habe ich umgekehrt auch: es gilt nicht nur, sich mit der kindlichen Wut zu konfrontieren (und auf die kann ich zumindest mit Verständnis und einem liebevollen Blick schauen).... Es gibt auch andere Quellen für "alte" Wut und da ist der Blick zurück aus meiner (!) Erfahrung oft sehr hilfreich.

Für das Fettnäpfchen entschuldige ich mich, da habe ich mehr an meine ollen Kamellen gedacht, die ich schon im Laufe meines Lebens habe fallen lassen, deswegen habe ich ja auch Verständnis, wenn jemandem trotz gewissenhaften Prüfens etwas durch die Lappen geht: ich kann nur prüfen, was ich schon weiß - und allwissend ist hier wohl keiner :kicher:

Alles Liebe und viel Erfolg mit allem, was deins ist. Schön, dass der Weg beruflich sich für dich ebnet. :D

Herzlich
Waldeule
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... fängt damit an, dass man die eigene Person nicht mehr ernst nimmt - H. Hesse -
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Waldeule
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Re: Urängste

Beitrag von Waldeule »

Hallo liebe Alle,

ich habe die 3. Urangst (Angst vor Selbst-Identität) jetzt erst ins Visier genommen, weil es vorher einfach nicht dran war. Zusammengefasst ergeben die drei ein sehr anschauliches Bild, aber das muss ich mangels Zeit momentan vertagen. Vor allem die Zuordnung zu der götllichen Dreiheit Schöpferkraft, Weisheit und Wille hat mir viele Ahas beschert. Auch die psychologische Zuordnung zu den frühkindlichen Erfahrungen fehlender Halt, verlorenes Urvertrauen und Ohnmacht ergaben neue Einblicke, mit denen vieles verständlicher wird. Dann kommt noch die Unterteilung, wer hat hier gerade Angst (das ist nicht immer das Ego!) dazu und die Rollen, die man sich kompensatorisch zulegt und die sich in den Einstellungen (1. bis 6. Tiefe) spiegeln.
Für mich hat sich dabei eine Alternative zum durch die Tiefen rückwärts gehen bei Projekten gezeigt. Durch die Zuordnungen wurde mir klar, was beim JSJ gemeint ist, dass hinter jeder Einstellung auch eine Angst steckt und es dadurch möglich ist, per "Direktleitung" die Hintergrundangst einer Einstellung zu entlarven. Das ist sicher nicht immer einfach und erfordert viel Ehrlichkeit sich selbst gegenüber, aber es ist ein gehbarer Weg....

In vielen anderen Texten, wird teils sehr nebulös das Thema Urangst (meist Singular und als Trennung von der göttlichen Einheit vereinfacht dargestellt) behandelt. Auch "schöne" Texte, bringen meist keine neuen Erkenntnisse, sondern sind oft verallgemeinernd und irgendwie tröstlich wie über den Kopf gestreichelt werden, wenn man sich die Knie aufgeschrubbt hat. Die Wunde anschauen, reinigen und versorgen, was oft schmerzlich ist, muss man aber trotzdem. Manche Texte können Energie geben, aber auch verleiten, eben nicht in das Eigene einzusteigen, sich über den Kopf streicheln lassen und in Sicherheit wiegen. Heilungsprozesse benötigen Klarheit, Struktur in der Wahrnehmung und die Fähigkeit, zu differenzieren (betrifft auch das Fühlen eines belastenden Gefühls). Ohne Bewusstwerdungsprozesse läuft es selten (Wunder und plötzliche Gnade vielleicht mal ausgenommen - aber da gab es evt auch schon Vorarbeit) ERKENNE MICH SELBST geht für mich über Bewusst-sein und das beeinhaltet auch den Einsatz des Geistes. Erst durch Klärung lässt sich das, was fehlt, wieder im Herz integrieren. Etwas Trübes ins Herz zu nehmen macht auf Dauer be-trübt.

Ich finde zwar das fast 700 Seiten Buch von Shunyata recht anstrengend zu lesen, weil sehr viel indische Tradition (auch mit entsprechenden Begriffen) mit der psychologischen Aufarbeitung verknüpft ist, aber nichtsdestotrotz waren da die tiefgreifendsten Einsichten für mich drin.

Die 3 Ängste stelle ich dann in einem anderen Beitrag mit den Zuordnungen hier rein, dann kann sich jeder selbst einen Eindruck verschaffen, ob brauchbar oder nicht.

Liebe Grüße
Waldeule :kleinerfinger:
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akkiba
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Re: Urängste

Beitrag von akkiba »

Liebe Waldeule,

ich habe deine Fragen und Gedanken aufmerksam gelesen und verstehe die Frage(n) vom Verstand her nicht - ich kann mit meinen Worten Deine Texte nicht wiedergeben. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass wir durchaus ähnlich ticken. Für mich ergeben sich Erkenntnisse auch oft durch Bilder, Vergangenes birgt Botschaften für mich, Zusammenhänge sind mir intuitiv klar und lassen sich zu anderen über Worte schwer bis gar nicht transportieren.

Dieses Jahr kam das Thema Urvertrauen zu mir. Ich dachte zu Beginn, Urvertrauen wäre etwas, das ich als Gefühl (von mir nach außen) in mir finden sollte. Gefunden habe ich etwas ganz anderes: Das Gefühl, dass das Leben/Gott/das Universum unendliches Vertrauen in mich hat. Egal wie chaotisch ich mich grade fühle, was ich alles nicht verstehe, was ich nicht zu können denke. Da ist kein Zweifel in dem Feld des Lebens um mich herum, nur Gewissheit, dass ich es so gut mache, wie ich es jetzt tun kann.

Alle Zweifel die ich fühlen kann, sind menschlicher Art, habe ich von Menschen gelernt, abgeschaut, übernommen. Wenn ich das Feld der Menschen verlasse und zu Tieren, Pflanzen, dem Leben allgemein gehe, gibt es keine Zweifel mehr. Es ist gleich-gültig WER ich bin, das ich BIN ist essentiell.
Aus diesem Ur-Vertrauen lerne ich neu, was Vertrauen bedeutet. Ich kann darauf vertauen, dass es weiter gehen wird, egal, was geschieht. Selbst ein Tod ist kein Ende - für den Verstorbenen geht es weiter, auf einer anderen Ebene, für die Lebenden geht es weiter, auf dieser Ebene.

Ich denke, Ängste lösen sich nicht durch Erkennen auf - allerdings braucht es Erkennen um eine Auflösung zu ermöglichen. Erkannt hast Du Deinen Ängste (wie ich es wahrnehme), meiner Meinung nach gilt es nun, das Wahrnehmen des Vertauens zu stärken, in denen sich die Ängste weiten und lösen dürfen. Sie genauer und immer genauer an zu schauen, verdichtet sie von meinem Gefül her eher, gibt ihnen mehr Energie.

Ich hoffe, das ist keine Arschbombe in ein Fettnäpfchen (tolles Bild!)

Herzliche Grüße
Andrea
Leben, Lieben und Nicht Wissen
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Nirbheeti
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Re: Urängste

Beitrag von Nirbheeti »

Liebe akkiba,

ich sitze zwar am Familienrundbrief und muss heute unbedingt fertig werden, aber für diesen Beitrag muss erstmal das sein:

: 26

Und fürs "Vertauen" ein Dankeschön an dein Unterbewusstes. Ich habe mal bei einer Massage erlebt, wie sich Ängste aus der Muskulatur (4. Tiefe, Winter!) lösten und mir so kalt war, dass ich mit den Zähnen geklappert habe. Anschließend waren sie echt "vertaut". Ich hatte mich warmgezittert. :D

Tschüs!
Nirbheeti
Entdeckung heißt sehen, was alle gesehen haben,
und dabei zu denken, was keiner gedacht hat.
(What Mary says, S. 11)
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