Ich unterteile mal in einzelne Etappen, so wie es gerade fließen möchte.
Eine kleine Einleitung zur altbekannten Frage "wer bin ich":
Von unseren vier Pferden sind zwei meine, das andere gehört meinem Mann und Pony Billy verbringt seine Rentnerzeit bei uns.
Mein älteres Pferd ist ein Andalusier-Rappe. Er muss wohl schon mit dem Stempel "Boss" auf die Welt gekommen sein. Eine Halsbewegung von ihm und alle anderen treten vorsichtshalber zur Seite! Er ist aber auch oft ein sturer Wasserbüffel, der auf biegen und brechen seinen Kopf durchzusetzen versucht und die kleinste Unsicherheit seitens "seiner" Menschen nutzt, um das Heft in die Hand zu nehmen. Ich war mit ihm oft am Rande der Verzweiflung. Er hat mir gezeigt, was wirklich souveräne Dominanz bedeutet, aber auch, wie lästig Sturheit sein kann. Wenn ich manchmal lauthals rummaule, weil er sich wieder quer in den Eingang stellt, wenn ich mit vollem Schubkarren anfahre, nur um zu prüfen, ob er mir auch heute ausweichen muss, höre ich meinen Mann sagen: "Der ist wie du!"
Er ist seit fast 10 Jahren Invalide, hat fast die gleiche Verletzung am rechten Sprunggelenk wie ich und wird nur noch im Schritt geritten.
Mein zweites Pferd ist ein Vollblutaraber. Ein Schimmel. Nicht nur optisch sind die beiden konträr! Jeder, der ihn sieht, schwelgt sofort in Begriffen wie Elfe, Einhorn, Künstler usw. Er war drei Jahre lang Zuchthengst, dabei sind ihm die zickige Stuten ein Greul! Anfangs war er wie aus einer anderen Welt, hat sich an jeder Ecke eine Beule geholt, konnte mit "normalem" Pferdeverhalten nichts anfangen, musste sich völlig von Null mit Erde, Umwelt und Herdenverhalten auseinandersetzen. Mehr als einmal lag ich anfangs im Dreck, weil er wegen irgendeiner Kleinigkeit buchstäblich den Boden unter den Füßen verlor und sich buckelnd in Pirouetten drehte. Jetzt, nach 7 (!) Jahren hat er zu sich gefunden. Sein Blick ist schelmisch aber ruhiger, seine "ätherische" Wahrnehmung, mit der er alles aufsaugt (manchmal auch das, was ich selbst noch nicht wahrnehmen kann), äußert sich nicht mehr in Panik, sondern in temperamentvoller, aber sehr spielerischer Weise - und das lasse ich ihm auch! Springt er manchmal im Galopp ausgelassen von einer Wegseite zur anderen hin und her um "unsichtbaren" Hindernissen auszuweichen und sich dabei diebisch an seiner eigenen Show freut, dann höre ich meinen Mann oft lachend (wenn er uns wieder eingeholt hat
Ihr erkennt mein Problem! WER ZUM KUCKUCK BIN ICH - Rappe oder Schimmel?
Rappe und Schimmel waren lange wie Katz und Hund. Der Schwarze hat mich manchmal angeschaut, als wolle er sagen, "was willst du denn mit dem Weichei?" und hat keine Gelegenheit ausgelassen, dem Rivalen zu zeigen, was er von ihm hält. Der Spanier hat 3 schwarze Hufe und einen weißen. Der Araber 3 weiße und einen schwarzen! Man müsste sie zusammenkneten können, dann hätte man das yin-yang Symbol!
Seit längerem beobachte ich, dass sie oft zusammenstehen, sich gegenseitig die Mähne knabbern und viel besser miteinander kommunizieren.
Könnte ich meinen "schwarzen" und meinen "weißen" Anteil auch durch "Fellpflege" zusammenbringen, müsste ich mich sicher nicht mit Urängsten herum schlagen, seufz. Das "Zusammenkneten" ist nicht so einfach! Das Irdische mit dem Himmlischen vereinen ist als theoretisches Konzept nicht das Problem - aber kommt es als praktische Lektion daher, dann fühlt es sich gleich ganz anders an.
Mit meinem schwarz-weißen Traum muss ich dann später fortfahren, jetzt ruft die Arbeit.
Bis dann, seid lieb gegrüßt
Waldeule
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