Und was ist, wenn du gar keine Schuld hast?

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AnnSophie
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Und was ist, wenn du gar keine Schuld hast?

Beitrag von AnnSophie »

Hallo Ihr Lieben,

Nirbheetis wunderbare Perle zur Schuld in Susis Verzweiflungs-Thread (http://www.stroem-forum.de/viewtopic.php?f=28&t=5166) möchte ich zur besseren dauerhaften Wiederaufindbarkeit als Anlass für einen neuen Thread nehmen.

Zur Erinnerung Nirbheeti schreibt:
Und fragte dann: „Und was ist, wenn du gar keine Schuld hast?“ .
Antwort:
„Dann kann ich nichts mehr tun und muss es so akzeptieren, wie es ist.“

Ich wollte aber viel lieber eine Schuld finden als mich mit den Gegebenheiten abfinden, die immer wieder so viel Trauer auslösen.
Jetzt ist beides da: die Trauer und die Freude.
Und in beidem ist sehr viel Liebe.
Die hält auf geheimnisvolle Weise beide Pole im Gleichgewicht.
RuthHeile hat mir in den letzten Tagen ein dazu passendes schönes Video geschickt, von einer kleinen Seele, die mit Gott spricht:
https://www.youtube.com/watch?v=wnvn5IZFpzM

Irgendwie, wenn ich die beiden zusammen nehme, frage ich mich, ob es überhaupt Schuld (im klassischen Sinn) gibt?

Was meint Ihr, gibt es eigentlich Schuld?

So auf einem tieferen Ebene? Und wie ist es dann mit gut und/oder böse?

Etwas, was vermeintlich immer klar war, wird gerade einfach nochmal in Frage gestellt. Bin gespannt auf Eure Ideen / Gedanken.

Viele Grüße, AnnSophie.

Leben ist. Weisheit und Liebe verbinden, was Angst und Dummheit trennt.

Ama Walter
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Momabo
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Re: Und was ist, wenn du gar keine Schuld hast?

Beitrag von Momabo »

Hallo AnnSophie,
ich finde das super, dass du dieses Thema neu angefangen hast... :D

Also, ICH bin überzeugt, dass es KEINE Schuld gibt...

Alles ist Erfahrung in der Dualität mit seinen zwei Seiten. Ich kann nur Licht/Liebe sehen wo es auch Schatten gibt, aber alles gehört zusammen.

Wo und wann kann ich denn das Verzeihen üben/lernen, wenn ich keinen habe der mich verletzt? Jemand hat sich bereit erklärt, dir das anzutun, aber immer mit dem Übergeordneten Bild des Lernens und Erfahrens. Die Erde ist eine Spielwiese des Erfahrens...

Die Ursache ist das Sich-Getrennt-Fühlen durch die Geburt, das Aus-der-Einheit-gefallen-Seins, wobei das nur eine Illusion ist, da wir immer und überall mit dem Allem-was-ist verbunden sind...

Das ist mein Herzens-gefühl dazu... ;)

glg Mona
Herr, gebe mir Gelassenheit, Dinge anzunehmen, die ich nicht ändern kann,
gebe mir den Mut, die Dinge zu ändern die ich ändern kann und
die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
- Reinhold Niebuhr -
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AnnSophie
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Re: Und was ist, wenn du gar keine Schuld hast?

Beitrag von AnnSophie »

Liebe Mona,

ich finde es sehr tröstlich was Du schreibst. Irgendwie hab ich das Gefühl, dass es für mich leichter ist anderen zu vergeben als mir selbst mein eingenes Fehlen in diesem bzw. dem letzten Leben.
Komisch und gleichzeitig weiss ich natürlich, dass das Bullshit ist, man kann jemand anders nicht mehr vergeben als sich selbst, das ist wie mit der Liebe.

Der Gedanke, dass es KEINE Schuld gibt, hat jedenfalls ein sehr befreiendes Potential.

Gibt es dann auch kein "gut und böse"?

Herzlich, AnnSophie.

Leben ist. Weisheit und Liebe verbinden, was Angst und Dummheit trennt.

Ama Walter
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Blueberry
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Re: Und was ist, wenn du gar keine Schuld hast?

Beitrag von Blueberry »

Liebe Ann-Sophie,
Ich bin da völlig einer Meinung mit dem, was Mona schon zum Thema "Schuld" schrieb. :D
Zur Frage von "gut und böse" : ebenfalls ein Polaritäten-Paar, welches ein illusorisches "Ich" (illusorisch, solange es die Wahl getroffen hat, sich als getrennt von allem anderen wahrzunehmen) erschaffen hat, um die damit verbundenen Erfahrungen (sogenannte "gute" und sogenannte "schlechte") durch die damit verbundenen Emotionen erleben zu dürfen.
Und da befindet sich der Unterschied zwischen dem theoretischen Wissen "es gibt im Absoluten keine Schuld" und "ich fühle Schuld" bzw. "ich fühle keine Schuld (mehr)"
Das Zulassen, d.h. das tatsächliche Erleben der Emotionen ist der Schlüssel: Wenn man sie vollkommen zulässt, sie vollständig auskostet, ganz besonders solche Sachen wie Schuld und/oder Scham, die "Ich" lieber nicht fühlen möchte, weil es als "unangenehm" etikettiert ist, dann braucht man die Erfahrung, die der Auslöser dieser Emotion war, nicht noch ein Mal zu machen. Im umgekehrten Fall kommen die entsprechenden (oder ähnliche) Erfahrungen immer wieder und immer näher.

Grüssle
blueberry
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Kampfkarpfen
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Re: Und was ist, wenn du gar keine Schuld hast?

Beitrag von Kampfkarpfen »

Also ich denke auch das es keine Schuld gibt.
Für mich sind es eher Erwartungen die nicht erfüllt werden können oder werden.
Jeder macht alles so gut er es in seiner Haut, mit seinen Ansichten, mit seinen Erfahrungen machen kann. Mehr geht nicht.
Wenn jemand dann "die Schuld" auf mich abwälzt frage ich mich immer öffters, wieso empfindet derjenige so und ich anderst. Oft sind es Kleinighkeiten die sich dann hochschrauben. Oft sind es auch ganz ander Augangsansichten die einem Schuldgefühle einreden wollen. Also ist für mich die Frage immer diese: Habe ich mein Bestes geben?
Liebes Grüßle Kampfkarpfen

Nimm dir das Leben
und lass es nicht mehr los,
greif's dir mit beiden Händen
mach's wieder stark und groß

Udo Lindenberg
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AnnSophie
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Re: Und was ist, wenn du gar keine Schuld hast?

Beitrag von AnnSophie »

Ihr Lieben,

danke für Eure Beiträge und Impulse, die alle letztendlich sehr in eine sehr wohlige, stimmige Richtung gehen. Da hat sich für mich gefühlt seit dem Vergebungs-Thread (http://www.stroem-forum.de/viewtopic.ph ... =vergebung) was ganz schön beachtlich in unserem kollektiven Bewusstsein hier verschoben.

Ich kann's deshalb nicht lassen etwas Salz in die Suppe zu streuen und nachzufragen in verschiedene Richtungen, vielleicht auch um das Bild weiter zu schärfen.

1. Was ist, wenn jemand eben nicht sein bestes gegeben hat... vielleicht weil er es in der Sache einfach nicht wollte?

2. Was sind ist mit heftigen Verbrechen, z.B. Kindesmißbrauch, Entführung, Krieg, Mord - gibt es da auch keine Schuld?... Kein gut und böse?
Kann sich jemand von Euch vorstellen einem mißbrauchten Kind, den Eltern der beim Absturz der German Wings Maschine gestorbenen zu sagen: Hey dein Kind und Du, der Co-Pilot und seine Eltern, ihr wolltet einfach diese Erfahrung machen,...

3. Was ist der Unterschied zwischen Schuld und Verantwortung?

So viel für den Moment mal,

AnnSophie.

Leben ist. Weisheit und Liebe verbinden, was Angst und Dummheit trennt.

Ama Walter
Mandala
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Re: Und was ist, wenn du gar keine Schuld hast?

Beitrag von Mandala »

Hallo AnnSophie,

"Brillenputztuch" bemühen und mit Wasser das "Salz in der Suppe" vielleicht ein wenig verdünnen?

Weshalb fragst Du?
Doch hoffentlich nicht, um andere zu beschäftigen...;-)

Nun denn, dann will ich mal:
AnnSophie hat geschrieben: 1. Was ist, wenn jemand eben nicht sein bestes gegeben hat... vielleicht weil er es in der Sache einfach nicht wollte?
Dann ist das eben einfach so wie es ist... schliesslich hat jeder in seinem Lebensauftrag den absolut freien Willen gleich mit auf den Weg bekommen...

Gott "zwingt" niemanden - die die sagen er würde dies tun, lügen für mein dafürhalten. Sie verstecken sich hinter einer künstlich installierten Authorität und stellen stellen in seinem Namen Forderungen oder manipulieren gar zu ihren ureigenen Zwecken...
AnnSophie hat geschrieben: 2. Was sind ist mit heftigen Verbrechen, z.B. Kindesmißbrauch, Entführung, Krieg, Mord - gibt es da auch keine Schuld?... Kein gut und böse?
Kann sich jemand von Euch vorstellen einem mißbrauchten Kind, den Eltern der beim Absturz der German Wings Maschine gestorbenen zu sagen: Hey dein Kind und Du, der Co-Pilot und seine Eltern, ihr wolltet einfach diese Erfahrung machen,...
Gut und Böse ist schon der erste Schritt nach der Einheit in die Spaltung der Dualität. Es ist eine unfassbare Anmassung in solchen Gegebenheiten zu unterstellen jemand "wollte" diese Erfahrung machen...
Menschlich gesehen hätte ich schon auch harsche Worte parat für jene, die so "unmenschlich" die Grenzen überschreiten... allerdings wer will be-urteilen können, was in einer anderen Seele der Plan ist, was in jemand vor sich ging was diese Seele an Lernaufgaben hat, dass es zu solchen auslösenden Situationen kam...?
Wer will anfangen das zu ermessen, was keine Worte kennt - wenn es in einer Situation einfach keine Worte mehr gibt?
Was wenn es einfach so geschieht weil es so passiert?
Fragen über Fragen.
Schlecht beraten ist der, sich anmasst, da noch zusätzlich einem gebeutelten Mitmenschen eine runterzuhauen mittels der verbalen Ohrfeige "Erfahrung machen zu wollen".
Niemand und kein Lebewesen mag "Leid" erfahren - und dennoch birgt das Leben manchmal genau diese Lektionen in sich - es ist, so vermute ich, der bewusste oder unbewusst gewählte Umgang damit, der die Dimension ausmacht.
AnnSophie hat geschrieben: 3. Was ist der Unterschied zwischen Schuld und Verantwortung?
Geht es um Aktion - Reaktion?
schwarz - weiss?
Auslöserabsicht im Kontrast zur Ergebnisübernahme?
auch da denke ich es ist der Rest eines alten Denkens das lange und weit verbreitet ist und war,
das wegfällt wenn die menschliche Seele als Seele erlebt wird und es gelingt
im Hier und Jetzt zu leben.
Schuld ist Vergangenheitsbezogen und die Verantwortung richtet sich auf die Zukunft.
Verantwortung (Handeln egal ob im Innen oder Aussen)soll dann gefälligst für das gerade stehen,
was die Schuld (Ursache) nicht für sich an Verantwortung übernommen hat.

So AnnSophie hab mich entschieden:
Hab jetzt brav und nach bestem Wissen und Gewissen die Fragen beantwortet.
Mag aber jetzt aufhören mit dem vielen Denken.
Es macht nur einen dicken Kopf und füttert den Verstand, aber
nicht den Geist und
nicht die Emotion und schon überhaupt
nicht nährend das Herz...

In diesem Sinne hab isch nun "fertisch mit di Filersofi"
wünsche eine gute Nacht :sleeping:
Zuvor aber noch eine liebe Umarmung 26 - denn es ist sicherlich besser nicht so viel zu denken - lieber Herz öffnen und spüren - ausatmen, einatmen und dann geduldig zu warten, bis der Atem wiederkommt...;-) mehr ist oft gar nicht zu tun...

: 26 Mandala
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19Susi83
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Re: Und was ist, wenn du gar keine Schuld hast?

Beitrag von 19Susi83 »

Schön das ihr das Thema wieder aufgegriffen hat.
Ich finde es nach wie vor schwierig, das es gar keine Schuld gibt.

Ich weiß zwar nicht, ob das für euch zum Thema passt.
Aber manchmal frage ich mich sowieso nach dem Sinn von dem ganzen.

Für was machen und tun wir überhaupt, versuchen uns für eine bessere Welt einzusetzen, wenn wir am Ende doch eh wieder alle sterben. Und dann kommen wir wieder auf die Welt und der ganze "Spaß" geht wieder von vorne los. Immer und immer wieder.
Klar kann man das ganze als "Spiel" betrachten und das wir hier sind um Erfahrungen zu sammeln. Aber für was? Am Schluß sind wir eh wieder alle "erleuchtet" wenn wir sterben und verstehen alles.

Ich weiß jetzt nicht, ob man das wirklich als Sinn des Lebens frage verstehen kann, weil mein Sinn ist eigentlich schon mit meiner zukünftigen Arbeit Menschen (wieder) glücklich und gesund zu machen.
Und so denke ich hat jeder seine Aufgabe.
Aber da frag ich mich eben, wozu? Macht es am Ende einen Sinn?

vlg
Kleine Pflanzen können Betondecken sprengen, weil Ihnen niemand sagt, es sei unmöglich!
Mandala
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Re: Und was ist, wenn du gar keine Schuld hast?

Beitrag von Mandala »

Es ist wie es ist IST:

eine Interpretation, eine Sichtweise, eine Idee doch das Wesen,
die Seele der Kern bleibt noch immer verborgen -
der Verstand möchte es begreifen, doch wie -
wenn alles sowieso nur Illusion ist?

Beispiel:
Blutrot, filigran,hauchdünn und seidenzart, geräuschlos

Was fällt einem denn dazu alles ein....?
Die Phantasie lässt ganz schnell die passenden "Filme" ablaufen...

Gestern sah ich am Feldrand eine Pflanze, die ich sehr mag.
Dazu fielen mir ein paar Gedanken ein.
Ich habe sie in einem Haiku zusammemgefasst.
Es sind die Umschreibungen die ohne die Auflösung des
selber kennen und wissens am Ende uns leicht in die Irre führen...

Über Nacht wurde mir deutlich, dass es immer genau
das ist was wir erfahren oder wissen oder erlernend mitgeteilt
bekamen was unser "Welt-Lebens-Bild" prägt.

Blutrot filigran
hauchdünn und seidenzart
geräuschlos ist der
Klatschmohn

Da heisst der doch glatt Klatschmohn und klatscht einfach nicht, solange ich auch darauf wartete...

Liebe Grüsse und einen wolhltuenden Tag -
herzlicht Mandala
Zuletzt geändert von Mandala am 19. Juni 2015, 09:57, insgesamt 1-mal geändert.
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Nirbheeti
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Re: Und was ist, wenn du gar keine Schuld hast?

Beitrag von Nirbheeti »

Nirbheetis geschliffenes Juwel – Was ist, wenn du gar keine Schuld hast?

Bittschön, es ist nicht meins. Der Satz stammt von der Leiterin der Familienaufstellung. Ehre, wem Ehre gebührt. Nein, eigentlich stimmt es so: Danke, danke, danke für diesen Satz.

Meins ist, was sich anschloss: Dann muss ich akzeptieren, was ist.
Meins ist: Okay, dann suche ich eben bei mir, was ich noch ändern kann.
Meins ist: Dazu habe ich also mein Schuldgefühl benutzt, nachdem ich erkannt hatte, dass ich niemand außer mir selbst ändern kann. Fast schon kreativ. Ein seelisches Werkzeug sozusagen.

Und plötzlich nimmt die mir das einfach weg!
Und etwas Neues kann anfangen.

Es ist eben erlebt, mit geschlossenen Augen und ganz tief innen angekommen. Im Erleben erkannt, nicht im Denken. Der Verstand versucht immer, in der alten Schiene weiter zu machen.
Will sagen: Es ist ein Unterschied, ob ich es mich mit allen Fasern meines Seins erlebe oder ob ich es aus dem Erleben herausnehme und es abstrakt betrachte – was für mich auch das Diskutieren bedeutet. Es ist der Anfang davon, eine mechanische Regel zu finden, die ich immer anwenden kann. Diese angebliche Erleichterung wird aber der Vielfalt des Lebens nicht standhalten können.

Wenn ich abstrakt sage: „Es gibt keine Schuld.“, dann kehre ich die Schuld, die ich doch fühle, unter den Teppich.
Unter dem Teppich verschwindet dann aber auch mein Vertrauen in die Aussage, die meine Seele mir als Schuld-Gefühl zuspielt.
Damit verschwindet auch die Möglichkeit des Schuld-Bewusstseins im Sinne von mir meiner „Schuld“=> meines Anteils => meiner Verantwortung bewusst zu werden, sie zu erkennen.
Dann werde ich auch nicht harmonisieren können. Unterschwellig arbeitet es weiter.

Das alles hängt an dem feinen, anfangs noch unklaren Gefühl: „Hier stimmt was nicht, etwas müsste anders sein.“ Ich werde dem auf den Grund gehen und ich werde mich dem stellen, was ich finde. Und dann schaun wir mal, was sich machen lässt ...



Genug für heute...
Lieben Gruß!
Nirbheeti
Entdeckung heißt sehen, was alle gesehen haben,
und dabei zu denken, was keiner gedacht hat.
(What Mary says, S. 11)
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ate2011
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Re: Und was ist, wenn du gar keine Schuld hast?

Beitrag von ate2011 »

Liebe Nirbheeti,
dein Beitrag enthebt mich, selbst einen zu schreiben; du hast viel
besser furmuliert, erfaßt, wie ich fühle, denke, handle.
:danke: ate
"pure awareness"
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Blueberry
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Re: Und was ist, wenn du gar keine Schuld hast?

Beitrag von Blueberry »

Liebe AnnSophie,
AnnSophie hat geschrieben: 2. Was sind ist mit heftigen Verbrechen, z.B. Kindesmißbrauch, Entführung, Krieg, Mord - gibt es da auch keine Schuld?... Kein gut und böse?
Kann sich jemand von Euch vorstellen einem mißbrauchten Kind, den Eltern der beim Absturz der German Wings Maschine gestorbenen zu sagen: Hey dein Kind und Du, der Co-Pilot und seine Eltern, ihr wolltet einfach diese Erfahrung machen,...
Es gibt überhaupt keinen Grund dafür, den von mir (als)wahr(an)genommenen anderen Leuten zu sagen, wie sie mit ihrem von mir (als)wahr(an)genommenem Leid umgehen sollten: Wenn ich einen Horrorfilm sehe, dann leide „Ich“, aber es würde mir nicht im Traum einfallen, den Darstellern auf der Leinwand zu sagen, wie sie mit der Situation im Film umgehen sollten, damit meine emotionale Reaktion (Angst) darauf nicht ganz so unangenehm sei – sie haben dafür überhaupt keine Verantwortung: schliesslich bin ich es (und nur ich), die beschlossen hat, diesen Horrorfilm zu sehen. Es ist also meine Verantwortung. Und ich habe beschlossen, diesen schrecklichen Film zu sehen, damit „Ich“ die Emotionen dieser Erfahrungen endlich machen kann.

Wer ist es, der diese ganzen schrecklichen Dinge wahrnimmt, bzw. (als)wahr(an)nimmt?
Und wer leidet auf Grund dieser Wahrnehmungen?
Die Antwort auf beide Fragen ist: „Ich“

Solange „Ich“ alle möglichen schrecklichen Dinge ausschliesslich wahrnimmt (im Fernsehen, Radio, Zeitung, durch Hörensagen oder sonstiges Internet), gibt es nur eines, was „Ich“ tun kann: die damit verbunden Emotionen (Trauer, Horror, Schock , Schuld, Scham usw.) endlich zu integrieren.

Wenn „Ich“ diejenige ist, die selbst als Kind missbraucht wurde (oder sonstige furchtbare Dinge selbst erlebt hat, im Gegensatz zu: bei „anderen“ wahrgenommen hat), dann habe ich (und nur ich!) das Recht, mir alle möglichen Erklärungen oder Lösungen dafür zu suchen, um damit umgehen zu können. Eine, die mir z.B. gut gefällt in diesem Zusammenhang ist diese (aber es gibt auch andere, die genauso gut funktionieren): in einem (=meinem) Menschenleben kommen notwendiger Weise immer beide Polaritäten vor: Das „Gute“ kann nicht ohne das „Schlechte“ existieren, d.h. heraustreten und im Vergleich mit dem Gegenteil als „etwas anderes“ wahrgenommen werden. Wenn ich eine beschissene Kindheit hatte, werde ich das Gegenteil dieser Erfahrung entweder zu einem anderen Zeitpunkt erleben dürfen (z.B. ein glückliches „Jetzt“ oder ein glückliches hohes Alter) und/oder zum gleichen Zeitpunkt an einem anderen Ort (z.B. nehme ich während meiner eigenen beschissenen Kindheit gleichzeitig die glückliche Kindheit meiner Spielkameraden wahr) Und umgekehrt natürlich auch: Jemand, der das Klischee einer glücklichen Kindheit erleben durfte (gibt es so was tatsächlich?), wird dann irgendwann auch mit dem Gegenteil konfrontiert werden. (So etwas gab es doch auch schon in der Bibel: „die letzten werden die ersten sein“, oder so ähnlich :mrgreen: )

Auf den Punkt gebracht, bedeutet das: je besser es mir im hier und jetzt geht („besser“ natürlich im Bezug auf meine individuelle Kriterien), um so mehr werde ich „Schlimmes“ (ebenfalls im Bezug auf meine individuellen Kriterien) in einem von mir (als)wahr(an)genommenen „Äusseren“, der sogenannten „Realität“ (= res aliter: bedeutet einfach „die anderen Dinge“, sagt aber nichts über deren tatsächliches Vorhandensein aus) wahrnehmen, als notwendigen Kontrast .

Und umgekehrt: je schlechter es mir im hier und jetzt geht, um so mehr werde ich den Eindruck haben, dass entweder „früher alles besser war“ oder, dass es allen anderen besser geht als mir (in solchen Fällen werden die furchtbaren Dinge wie Erbeben in Nepal oder Flugzeugabstürze, ökologische Katastrophen usw., wenn überhaupt, dann nur am Rande meines Wahrnehmungsfeldes wahrgenommen ). Das ist jetzt zur Verdeutlichung natürlich etwas überspitzt formuliert – in den allermeisten Fällen gibt es eine unendlich grosse Farbpalette mit allen möglichen Kombinationen von Kontrasten.

Grüssle
blueberry
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Momabo
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Re: Und was ist, wenn du gar keine Schuld hast?

Beitrag von Momabo »

Liebe blueberry,
das ist mal ein Text hinter dem ich voll stehen kann, so sehe ich das auch... :D

glg Mona
Herr, gebe mir Gelassenheit, Dinge anzunehmen, die ich nicht ändern kann,
gebe mir den Mut, die Dinge zu ändern die ich ändern kann und
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AnnSophie
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Re: Und was ist, wenn du gar keine Schuld hast?

Beitrag von AnnSophie »

:danke:
Ich bin begeistert von Euren Beiträgen und den verschiedenen Aspekten die für mich das Panorama vervollständigen und runder machen!

Danke, AnnSophie.

Leben ist. Weisheit und Liebe verbinden, was Angst und Dummheit trennt.

Ama Walter
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sanara
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Re: Und was ist, wenn du gar keine Schuld hast?

Beitrag von sanara »

Liebe AnnSophie,

ein tolles Thema und eigentlich gab es für mich dazu gar nix mehr zu sagen, weil vieles schon da steht.
Doch dann hatte ich wieder meinen berühmtes "ratterdingdong" ;-)... Hängen blieb da nur noch kurz und knackig:

Würde jeder die VERANTWORTuNG für seine TATEN und GEDANKEN selbst übernehmen und zu den Folgen STEHEN, dann gäbe es das Thema Schuld gar nicht. Es scheint also irgendwie menschengemacht zu sein, tatsächlich.
Unser (schlechtes) Gewissen in uns mag uns immer daran erinnern, wenn wir mal nicht aus dem Herzen gehandelt bzw. gelebt haben... es erzeugt Schuldgefühle, somit sind es also unsere Gedanken, die die Schuldgefühle erzeugen.

Im Endeffekt muss ich also dann doch eine KontraPosition einnehmen (huch) : Schuld gibt es... im sinne von NICHT übernommener Verantwortung, ist sie das, was am Ende bleibt....

War leider GROSSES Familienaufstellungsthema, mindestens 5 mal :( und so überhaupt gar nicht schön... alle wie wir da waren, wollten wir die Verantwortung übernehmen für Dinge, die unsere Ahnen getan hatten, die schon lange vorbei waren und wir wanden uns in Schuldgefühlen... einfach bäh... Du siehst, die (ich nenne sie mal einfach so ) Ahnen haben damals null Verantwortung übernommen für etwas, das sie anderen zugefügt hatten, da war kein: Es tut mir leid, was passiert ist. Ich wusste es nicht besser und ich sehe jetzt, wie Du gelitten hast.... etc.pp. Nein, das gab es damals nicht. So blieb diese "Energie" im System "hängen"... wer Prädisziniert dafür ist, sie sich zu schnappen (durch Erziehung, die Schuldgefühle suggeriert z.b. oder auch eigenes Karma , ganz wie man es sehen will), der macht da also weiter und fühlt sich statt den"Ahnen" an allem schuld... Seit ich diese Themen angegangen bin kann ich dir also sagen:

- Ich bewerte nicht mehr so viel über oder ab
- Ich lasse alle (vor allem mich) so wie sie sind ;-)
- Ich bin viiieeeel gelassener
- Ich rauche nicht mehr
Süchte im allgemeinen scheinen also auch damit zusammenzuhängen.. . Man sagt sich ja immer beim rauchen: " Eine rauch ich noch..." obwohl man schon längst etwas anderes tun wollte... Ergo tut man das, was fehlt: Man ENTschuldigt sich ;-)


Und dann widerum ist es wichtig aus welcher Ebene sehe ich das Schuldthema:
Von oben aus dem Himmel, wo es gar nichts gibt ausser Licht und LIebe oder von hier unten auf der ERde, wo wir Menschen sind und durch unser denken fühlen handeln einfach auch auf diese GRENZEN angewiesen sind (wie z.B. ein "Hups, da hab ich wohl etwas falsch gemacht) , um nicht wie in Sodom und Gomorrha (?) wild um uns herumzuschlagen und ... naja, weißt ja selbst ;-)... und für mich ist die tiefere Ebene inzwischen die, auf der es darum geht, die Emotionen, die damit verbundenen Geschichten, Zusammenhänge und auch die Folgen der Verdrängung von Emotionen zu erkennen, klar und deutlich, nicht verwischend und gutredend, sondern anerkennend, offen, ehrlich und mutig, was sich am Ende dann Authentizität nennt. Die Sicht von "oben" halte ich inzwischen für die "einfachere", sie ist "oberflächlich" und lässt keine Tiefe zu...denn da wird sehr viel gedacht, im Geiste kann nicht gefühlt werden, das ist es auch worum Engel die Menschen beneiden... heisst es ;) , so lande ich bei den Polaritäten, wie weiter oben schon toll beschrieben wurde...da brauch ich nix mehr hinzufügen...

Kennst Du den Film "Stadt der Engel" ? Der ist einfach nur wunderschön, bringt sehr viel rüber...

Also doch nicht so kurz, lach...
Also, man kann es sehen, wie man will... Mal gibt es sie, mal nicht... die Schuld... so wie alles, was uns umgibt. Mal sind Blätter am Baum, mal nicht, je nachdem, wann man ihn anschaut.

Jetzt hast Du noch meine 2cents zum Thema und ich wünsche Dir wieder mal alles Liebe

sanara, die sagt:
SCHULDthemen wollen etwas erreichen, sie wollen einen Strich ziehen unter unerledigte Themen, in denen wohl jemand vergessen hat, daß er aus dem Herzen leben soll hier auf Erden und dazu STEHEN, voll und ganz. Sie wollen uns in unsere Tiefe bringen, zu uns selbst, uns uns selbst akzeptieren lehren, auch wenn wir mal nicht "perfekt" im Sinne von makellos waren...
Und wenn das mal nicht gelingt, sich ENTschuldigen, um VERGEBUNG bzw. VERZEIHUNG bitten, tut er es nicht, dann entsteht sie, die Schuld... leider

Tja und ich habe jetzt hingeschaut, als die Blätter noch dran waren am Baum (da kam ein kleines Schuldgefühl, das wollte mich die weisse Fahne schwingen lassen, doch ich hab das jetzt mal versucht zu ignorieren : 26 )

:danke: , für das nochmal durchkauen können von etwas, das schwer verdaulich war und so jetzt ein wenig leichter werden durfte, liebe AnnSophie : 26
Zuletzt geändert von sanara am 20. Juni 2017, 08:56, insgesamt 1-mal geändert.
“Nicht Worte sollen wir lesen, sondern den Menschen, den wir hinter den Worten fühlen” (Samuel Butler)
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